Kontroverse Diskussion über Flächen in Wildeshausen-West

B-Plan für Industriegebiet angeschoben

Klar umrissen: Hier soll das Industriegebiet liegen.

Wildeshausen – Wann immer das Projekt Industriegebiet Wildeshausen-West auf der Tagesordnung von Ausschusssitzungen erscheint, ist eine kontroverse Diskussion gesichert. Das war am Donnerstagabend im Bauausschuss der Stadt Wildeshausen nicht anders – obwohl es formal nur darum ging, einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Gewerbepark Wildeshausen-West“ zu empfehlen , um in das Verfahren einzusteigen.

Zunächst einigten sich die Politiker mehrheitlich darauf, das Projekt „Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West“ nennen zu wollen, nachdem Rainer Kolloge (UWG) von einem „Etikettenschwindel“ gesprochen und sarkastisch vorgeschlagen hatte, den Bebauungsplan auf „Industriebrache Wildeshausen-West“ zu taufen. Dann war es mit der weitgehenden Einigkeit aber schnell vorbei. Der Widerstand der UWG gegen das Vorhaben ist bekannt, denn weder Kolloge noch Hermann Hitz glauben daran, dass es einen Bedarf für die Flächen gibt. „Das Gebiet kann auf absehbare Zeit nicht gefüllt werden. Wir wollen den Wald erhalten“, so Kolloge. „Das geplante Gebiet in Hockensberg genügt vollkommen“, betonte Hitz.

CDU und CDW begrüßten den Plan, schon während derÄnderung des Flächennutzungsplanes mit der Aufstellung des Bebauungsplanes zu beginnen, hingegen außerordentlich. „Wir geben damit das Signal, dass die Verwaltung weiterarbeiten darf“, so Wolfgang Sasse (CDU). „Wir bringen noch nichts auf den Weg, aber wir geben die Möglichkeit, weiter zu planen.“

„Wir begrüßen, dass das auf die Reise gebracht wird“, betonte Bernhard Block (CDW). „Wir diskutieren das schließlich schon seit Jahren.“ Und Frank Stöver (CDW) erklärte, dass er davon ausgehe, dass das Gebiet Wildeshausen-West sogar vor dem in Hockensberg in Nutzung gehen werde. „Flächen in Hockensberg sind noch zwölf Jahre fest verpachtet, zudem ist mit Klagen von Anwohnern zu rechnen“, führte er aus.

Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) hatte andere Befürchtungen: „Besteht denn überhaupt die Aussicht, dass der Flächennutzungsplan genehmigt wird?“, fragte er. „Ich weiß gar nicht, wo die Stadt die geforderten 45 Hektar Ausgleichsflächen herholen will. Warum sollen wir also teure Planungen anschieben?“

Nach Auskunft von Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge haben sich der Landkreis, das Planungsbüro sowie die Stadt allerdings bereits verständigt, was zu tun ist. „Es kann jetzt schon ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan erfolgen“, erklärte er. Die voraussichtlichen Planungskosten hierfür liegen nach Angaben der Verwaltung bei 60 400 Euro. Dazu kommt das Honorar von 25 000 Euro für die Erstellung des Umweltberichtes. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte dafür.  dr

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