Autor Dirk Faß präsentiert den zweiten Band „Wahre Kriminalgeschichten“

Mord und Totschlag gemischt mit Betrügereien

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Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, Autor Dirk Faß und der Geschäftsführer des Isensee-Verlags, Florian Isensee (von links), präsentieren das neue Buch von Faß.

Grossenkneten - Von Ove Bornholt. „Wahre Kriminalgeschichten aus dem Oldenburger Land“ statt fiktiver Fälle bietet der Sager Autor Dirk Faß in seinem nun erschienenen Buch an. Dabei geht es durchaus blutrünstig zu, aber das Werk handelt auch den weniger brutalen Fall eines Geistlichen ab, der es mit dem siebten Gebot nicht so genau genommen hatte.

„Du sollst nicht stehlen“, heißt es zwar in der Bibel, aber das hielt den Goldenstedter Pastor Müller (Vorname unbekannt) 1892 nicht davon ab, die Kirche und seine Gemeinde um mehr als 200000 Mark zu betrügen. Er „lebte luxuriös und hielt sich verschiedene vorzügliche Kutschierpferde und eine Anzahl Lustwagen, mittelst der er sich befleißigte, das so leicht gewonnene Geld wieder auseinanderzufahren“, schreibt Faß.

An dem Ausschnitt ist gut zu erkennen, dass sich der Großenkneter Gemeindearchivar bemüht, den Stil der alten Berichte aus Archiven und Zeitungen beizubehalten. Es gehe ihm auch darum, das „alte Deutsch“ zu verwenden, sagte er am Montag während der Vorstellung des Buches im Großenkneter Rathaus. Deswegen ignoriert Faß auch mal den Rotstift des Lektors, der altertümliche Worte und Wendungen angestrichen hat. Allerdings erklärt der Autor einige Fachbegriffe und bietet für andere schon lange der Alltagssprache entwachsene Bezeichnungen die moderne Übersetzung an.

Besonders spannend wird es, wenn Faß anhand alter Zeitungsberichte die Aufklärungsgeschichte einer Straftat rekonstruiert. Zum Beispiel bei der rund 40 Jahre alten Anna Schäfer, die 1928 in Oldenburg ihre Schwägerin erwürgt hatte. Sie floh daraufhin, wurde mal in Berlin, mal in Budapest und in Polen gesehen, wie aus dem Buch hervorgeht. Letztendlich schnappt die Polizei Schäfer in München, wo sie sich versteckt gehalten hatte.

In dem darauf folgenden Gerichtsverfahren fordert der Staatsanwalt die Todesstrafe für die Oldenburgerin. Der Bericht über die Verhandlung ist sehr ausführlich gehalten und zeigt auch das große Interesse in der Bevölkerung für Bluttaten wie diese. Eine Tatsache, die sich bis heute kaum geändert hat.

Faß´ Verleger Florian Isensee meint, dass die echten Fälle für „einen zusätzlichen Nervenkitzel“ beim Leser sorgen. Zudem erinnere sich so mancher vielleicht daran, von den Taten vor der Haustür gehört zu haben.

Faß bleibt derweil auf den Spuren des Todes. Für kommendes Jahr plant er ein Buch über Großsteingräber in der Wildeshauser Geest, das auch mystische Elemente beinhalten soll. Zudem erscheint ein Roman des Sagers, in dem es um Oldenburg unter dänischer Herrschaft geht.

Doch es wird noch eine Weile dauern, bis diese Bücher erscheinen. Das jetzige 128 Seiten dicke Werk kostet 12,90 Euro und ist im Oldenburger Isensee Verlag erschienen. Der erste Band ist übrigens nach dreifacher Auflage nicht mehr erhältlich.

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