Keine Mehrheit im Stadtrat: 14 zu 14 Stimmen / Kontroverse Debatte

Autofreier Sonntag scheitert knapp

Die Westerstraße bleibt weiterhin nur für den Wochenmarkt und Sonderveranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntag oder das Gildefest gesperrt. Foto: Dr

Wildeshausen - VON OVE BORNHOLT. Für den Antrag der SPD, die Westerstraße testweise sonntags für Autos zu sperren, hat sich am Donnerstagabend im Wildeshauser Stadtrat keine Mehrheit gefunden. 14 Ratsmitglieder - SPD, CDU sowie Teile der Grüne/Piraten-Fraktion - stimmten dafür, 14 dagegen. Manfred Rebensburg (Grüne) enthielt sich. Damit ist der Antrag abgelehnt. Die SPD wollte mit Künstlern und Aktionen Leute in die sonntags ab 10 oder 11 Uhr gesperrte Innenstadt locken

Der Abstimmung war eine kontroverse Debatte mit 20 Wortbeiträgen vorausgegangen. Die SPD hatte ihren Antrag im Vorfeld schon etwas abgeschwächt. Das genaue Konzept des autofreien Sonntags sollte vom Handels- und Gewerbeverein sowie der Stadtverwaltung erarbeitet werden. Doch das Entgegenkommen reichte vielen Kritikern nicht aus.

Der autofreie Sonntag sei der „Tod der Innenstadt“, meinte Stephan Rollié (CDW). Es sei sinnvoller, Aktionen wie „Licht und Feuer“ zu planen und dann zu sperren. In die gleiche Kerbe schlug Rebensburg: „Ihr werdet es nicht schaffen“, richtete er sich an die SPD. Eine lebendige Innenstadt sei super, aber Wildeshausen sei eine 20 000-Einwohner-Stadt und könne sich nicht mit dem viel größeren Oldenburg vergleichen. Rainer Kolloge (UWG) meinte, er könne dem Antrag eigentlich gar nichts abgewinnen. „Diese Sau ist so oft durchs Dorf getrieben worden - ich bin für ein ,Sauverbot‘ und nicht für ein Autoverbot“, sagte der Ratsherr. Vor 18 Jahren habe es einen ähnlichen Test gegeben: „Es war ein Rohrkrepierer.“ Stattdessen solle man die Innenstadt entwickeln, die immer kleiner werde. Marko Bahr (FDP) glaubte ebenfalls nicht an einen Erfolg: „Wenn wir die Innenstadt sonntags schließen, fahren die Leute eben ins Café zu Ostmann.“

Unbeeindruckt warb vor allem Matthias Kluck (SPD) für den Antrag. Die Sperrung sei „eine Chance, die wir der Innenstadt geben sollten“. Er regte an, am Sonntag Bands wie „Brainstorming“ spielen zu lassen und Vereinen wie dem SC Wildeshausen eine Bühne zu bieten. „Wir sollten Städte nicht für Autos, sondern für Menschen bauen.“ Man möge doch bitte die Kirche im Dorf lassen, sprach Klaus Schultze (Grüne) die Kritiker an. „Bei einer Sonntagsschließung der Westerstraße sind 95 Prozent der Geschäfte eh zu. Auswärtige können immer noch parken, und die Eisläden werden profitieren“, war er sich sicher. Evelyn Goosmann (SPD) sprach von einer „emotionalen Allergie“ und „Hysterie“, die viele Personen bei diesem Thema befallen würden. Wolfgang Sasse (CDU) erklärte, er gehe den SPD-Vorschlag mit. „Mit dem modifizierten Antrag wird auch der HGV leben können.“

Karl Schulze Temming-Hanhoff warb dafür, die in den vergangenen Jahren erstellten Konzepte umzusetzen. „Wildeshausen ist dafür bekannt, teure Gutachten in Auftrag zu geben und diese dann zu ignorieren“, kritisierte er.

Letztendlich kam es wie eingangs erwähnt zum Unentschieden. Also bleibt erst mal alles beim Alten.

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