Familie Hennken aus Wildeshausen testet, ob die neue Antriebsart zu ihr passt

„E-Auto fahren macht richtig Spaß“

Jetzt wird geladen: Jens-Peter und Philipp Hennken (v.l.) an ihrer privaten Stromtankstelle.
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Jetzt wird geladen: Jens-Peter und Philipp Hennken (v.l.) an ihrer privaten Stromtankstelle.

Wildeshausen – Als der Rat der Stadt Wildeshausen im Sommer 2020 beschloss, dem Klimaschutz bei allen Maßnahmen und Entscheidungen sehr hohe Priorität einzuräumen, wurde auch in der Familie von Ratsherr Jens-Peter Hennken intensiv darüber diskutiert. „Mein Sohn Philipp hat zu Recht die Frage gestellt, was mehr Engagement für den Klimaschutz für unserer Familie bedeuten könnte“, so Hennken. Daraus sei die Idee geboren worden, ein Elektroauto zu erwerben und zu prüfen, ob es für die Familie praktikabel ist.

Hennken hatte zunächst Zweifel: Zu wenig Reichweite, zu kurze Lebenszeit des Akkus, zu wenige Ladesäulen, langes Warten beim Laden und ökologische Nachteile wegen der Verwendung von seltenen Erden waren einige Argumente, die er vorbrachte. Sein Sohn bezeichnete sie als Vorurteile, die einfach zu widerlegen wären. Er sollte recht behalten, denn das erste Fazit nach rund vier Monaten lautet für die Familie: Die Vorteile überwiegen klar die Nachteile.

„E-Auto fahren macht richtig Spaß. Die Betriebskosten sind wesentlich günstiger als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Und durch die aktuelle staatliche Förderung von E-Autos und Ladestationen ist das Fahrzeug gegenüber einem Verbrenner wettbewerbsfähig“, so Jens-Peter Hennken. Für Menschen mit einem regelmäßigen Fahrprofil, zum Beispiel Berufspendler, sei das Auto ideal. Für Urlaubsfahrten oder längere Wochenendausflüge eigne es sich aber nur bedingt.

Das Auto sollte vollwertig sein

Im Familienrat hatten die Wildeshauser im September Anforderungen für den neuen Wagen festgelegt: Es sollte ein vollwertiges Auto mit einem großen Kofferraum sein. Die Reichweite durfte nicht unter 150 Kilometern liegen. Es sollte aber auch über einen möglichst kleinen Akku verfügen, um wenige seltene Rohstoffe zu verbrauchen. Es durfte nicht mehr als 25 000 Euro kosten, und die Jungs Philipp (18 Jahre) sowie Felix (20 Jahre) wünschten sich Spaß beim Fahren.

Anfängliche Skepsis erhärtet sich nicht

In die engere Wahl kamen deshalb der VW E-Golf sowie der Hyundai „Ioniq electric“. Hennkens fanden schließlich einen Hyundai, Baujahr Januar 2020, mit bereits 3 000 gefahrenen Kilometern. „Ein ehemaliges Vorführfahrzeug sollte also unser Testwagen für das kommende halbe Jahr werden“, berichtet Jens-Peter Hennken. „Ab der Übernahme des Autos wurde akribisch Protokoll darüber geführt, was gefällt oder auch nicht. Leider kam uns dann der Coronavirus-Lockdown ab November dazwischen. So fielen diverse Aktivitäten wie die täglichen Fahrten zum Handballtraining nach Harpstedt oder Neerstedt weg. Trotzdem sind wir den ,Inoniq‘ etwa 2 000 Kilometer pro Monat gefahren.“

Begeistert zeigten sich alle Familienmitglieder darüber, dass der Wagen gut unterwegs ist. „Obwohl er nur einen kleinen Elektromotor hat, vermittelt er das Gefühl, in einem hochmotorisierten Sportwagen zu sitzen“, so die Bilanz. Der Schub sei spürbar und jedes Anfahren oder Überholmanöver ein Genuss.

Mit dem Akku sind die Hennkens sehr zufrieden, obwohl er verhältnismäßig klein ist. Die Reichweiten lagen zwischen 180 und 210 Kilometern pro Ladung. Die Familie bezieht Ökostrom aus dem Netz und hat zwei Wandladestationen zu Hause. „Die Investition wurde mit 1 800 Euro gefördert, sodass wir einen Eigenanteil von 200 Euro hatten“, so Jens-Peter Hennken. Für weitere Fahrten nutzt die Familie eine Ladekarte für E-Autos, um öffentliche Säulen ansteuern zu können. Bei der Suche helfe eine komfortable App auf dem Smartphone. Und das Laden selbst dauere gar nicht so lange.

Im Verbrauch deutlich günstiger als ein Diesel

Hennken hat überschlagen, dass er im Winter für die Heizung für den Innenraum sowie den Akku knapp fünf Euro auf 100 Kilometer Fahrt bezahlt. „Im Sommer rechne ich mit 3,76 Euro“, sagt er. Das Auto brauche keinen teuren Ölwechsel und sei bis 2030 von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.

Für Urlaubsfahrten und längere Wochenendausflüge eignet sich der Wagen laut Hennken allerdings nur bedingt. „So sollte man Lademöglichkeiten auf der Route berücksichtigen. Wenn dann das E-Auto auch noch einen Schnelllader hat, spricht zwar nichts gegen die Nutzung auch auf der Langstrecke“, meint er. „Wir würden in diesem Fall aber eher unseren Euro-6-Diesel nutzen. Der ist komfortabler und flexibler zu nutzen als das E-Auto.“

Unter den Strich steht für die Familie nach vier Monaten Testphase fest: Der E-Mobilität gehört die Zukunft. „Das Auto passt zu uns. Wir werden die Testphase verlängern und unseren Wagen gerne weiter fahren“, so Hennken in seiner Bilanz.

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