Ausverkauftes Kindertheater mit Kuh und Krähe/ Dorothee Wellfonder zieht Besucher mit Mix aus Zuhören und Mitmachen in ihren Bann

217 Zuschauer wollen „Mama Muh“ im Forum sehen

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Puppenspielerin Dorothee Wellfonder aus Mühlheim an der Ruhr hauchte Mama Muh und der Krähe Leben ein.

Wildeshausen - „Ja hallo, Bauer hier – Mama Muh ist in der Stadt? Quatsch mit Soße! Die steht doch hier bei mir im Stall!“ Doch genau das tut die unternehmungslustige Kuh natürlich nicht. Als waschechter Kinderbuchstar hat man eben anderes zu tun als brav beim Bauern im Stall zu stehen und Heu zu fressen. Also besucht Mama Muh die Bücherei und findet heraus, wie das mit den Buchstaben eigentlich funktioniert. Oder sie geht ins Schwimmbad, um das Seepferdchenabzeichen zu machen. Oder aber sie testet als geübte Gänseblümchenfeinschmeckerin das kulinarische Angebot des Blumengeschäfts.

Mit der „kuhlen“ Figur und den zahlreichen Nebenrollen, denen Dorothee Wellfonder ebenso wie Mama Muh mit Witz, Esprit und ihrer starken, wandlungsfähigen Stimme Leben einhauchte, fiel es der Puppenspielerin aus Mühlheim an der Ruhr nicht schwer, am Donnerstagnachmittag im Forum des Wildeshauser Gymnasiums 217 Kinder und Eltern zu begeistern. Wellfonder nutzte das Kinderbuch von Jujja und Tomas Wieslander (Text) und Sven Nordqvist (Illustration) als Inspiration und Vorlage.

„Für ein Puppentheaterstück sind 150 Zuschauer eigentlich schon die Obergrenze“, sagte Wellfonder. Angesichts der zahlreich erschienenen Mama-Muh-Fans machten Puppenspielerin und Veranstalter jedoch möglich, was noch so gerade eben ging. Dennoch fanden nicht mehr alle Theatergänger Einlass.

Den anderen heizte Mama Muh ordentlich ein. Aus dem Kinderlied „Alle meine Entchen“ machte sie nämlich im Handumdrehen ihren ganz eigenen Hit – natürlich zum Mitsingen. Und die Kuh wollte noch mehr: „Könnt ihr dabei auch auf einem Bein stehen? Ganz hoch in die Luft springen? Und euch im Kreis um euch selbst drehen?“

Die Kinder mussten Mama Muhs Freundin, der Krähe, zeigen, wie es geht – denn das Federtier mit der krächzenden Meckerstimme zierte sich und traute sich nicht.

Aber wozu sind schließlich Freunde da? Am Ende blieb der Krähe gar nichts anderes übrig, als mitzumachen. Und mit einer donnernden Po-Landung schaffte es die Kuh sogar, mit einem Mal wieder Ruhe in den tanzenden Kinderhaufen zu bringen. Immerhin sollte die Geschichte noch ein wenig weitergehen. Bis die abenteuerlustige Kuh schließlich wieder beim Bauern im Stall angelangt war und die kleinen Zuschauer ihrer Mama Muh ein Schlaflied sangen.

So meisterte Wellfonder den Besucheransturm mit Bravour. „Wie ruhig die Kinder an den richtigen Stellen waren“, konnten sich die Eltern im Anschluss nur wundern. Die Puppenspielerin hatte mit ihrem Mix aus Zuhören, Lachen und Mitmachen sogar die Kleinsten in ihren Bann gezogen. Als besonderes Highlight unterbrach Mama Muh nach Ende des Stückes noch einmal ihren Puppenschlaf, sodass jedes Kind sich ganz persönlich mit einer Streicheleinheit von dem Star des Nachmittags verabschieden konnte.

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