Schulausschuss des Landkreises befürwortet Zuschuss für Waldschul-Sanierung

Ein „außerordentliches“ Angebot

Bei Eltern aus der Gemeinde Wardenburg sehr beliebt: Die Waldschule Hatten in Sandkrug platzt aus allen Nähten. Foto: Waldschule
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Bei Eltern aus der Gemeinde Wardenburg sehr beliebt: Die Waldschule Hatten in Sandkrug platzt aus allen Nähten.

Wildeshausen/Hatten – Landrat Carsten Harings ließ gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes im Schulausschuss des Landkreises keinen Zweifel daran: Dies ist ein Sonderfall. Diese Situation gibt es kein zweites Mal im Landkreis Oldenburg. Eine Wiederholung sei ausgeschlossen, unterstrich er während der Sitzung am Donnerstag in der Musikschule des Landkreises in Wildeshausen. Immerhin ging es um viel Geld – rund 1,1 Millionen Euro, mit der der Kreis die Erweiterung und Sanierung der Waldschule Hatten 2020 unterstützen soll. Und das zusätzlich zu den 800 000 Euro, die der Gemeindeverbund dafür bereits in den Haushalt eingestellt hat (wir berichteten).

Diese „einmalige Situation“ liege an dem „allgemein großen Zulauf“ an Schülern zu der Sandkruger Oberschule, so Harings. Zwar gebe es in Wardenburg die Integrierte Gesamtschule. Doch haben Eltern aus dieser Gemeinde die rechtliche Möglichkeit, ihre Kinder zur nächstgelegenen Oberschule zu schicken. Und da viele Wardenburger eben davon Gebrauch machen, bestehe dort akuter Erweiterungsbedarf. „Die Gemeinde Hatten kann sich gegen diesen Zulauf nicht wehren“, so Harings. Eine ähnliche Konstellation sei im Landkreis einmalig. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hatten habe die Verwaltung einen Vorschlag unterbreitet, die diesem Rechnung trägt. Grundlage dafür ist die „Ergänzungs- und Ausgleichsfunktion“, die der Landkreis innehat, erläuterte der Landrat weiter. Diese sei wegen der besonderen Situation nun gefragt. Sieben mögliche Beteiligungs-Szenarien hat die Verwaltung durchgerechnet und sei am Ende zu einer „objektiven und gerechten“ Quote von 54,9 Prozent der kalkulierten Kosten gekommen. Dies sei nach Gesprächen mit dem Hatter Bürgermeister Christian Pundt und dessen Verwaltung nun ein „gemeinsam getragener Beschluss“. Man habe sich „die Hand darauf gereicht“, so Harings.

„Der Elternwille lässt uns keine andere Wahl, die Finanzlage lässt es zu“, kommentierte Wolfgang Sasse (CDU). Die Maßnahme müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden, damit die Baukosten nicht davonliefen. Allerdings sollte der Kreis darüber nachdenken, dass dadurch „ungemein viele Fahrschüler“ produziert werden. Und in Wildeshausen gebe es noch eine Real- und eine Hauptschule, die es im Hinblick auf Sanierungen im Auge zu behalten gelte. „Die melde ich schon mal an“, so Sasse süffisant. Doch erst einmal soll die Situation mit Hatten und Wardenburg gelöst werden. Sein Parteifreund Hartmut Post (CDU) wollte diesen Seitenhieb nicht unkommentiert stehen lassen: „Bekommt das selber in den Griff oder macht eine Oberschule“, riet der Dünser Bürgermeister ungehalten. In der Samtgemeinde Harpstedt geben es eine Oberschule, dennoch führen viele Schüler täglich nach Wildeshausen. Das Geld für die Waldschule konnte er aber vertreten: „Da muss was getan werden.“ Die aktiven Schüler und ein ebensolches Kollegium dort seien „ganz klasse“.

„Wir stehen dem sehr positiv gegenüber“, sagte Katja Radvan aus Kirchhatten für die SPD-Fraktion. Zwar sei dies ein „gemeinsamer getragener Kompromiss“, doch sei dieser aus Sicht der Gemeinde Hatten „nur bedingt positiv“. Denn manche Hatter hätten sich mehr für die Kommune erhofft. Die veränderte Schullandschaft sah Niels-Christian Heins (FDP) als Ursache der Misere an: Dafür sei aber weder die Gemeinde noch der Landkreis verantwortlich: sondern vielmehr die Landesregierungen, die die Grundlagen dafür geschaffen haben, und zwar „nicht nur rot-grüne, sondern auch schwarz-gelbe“. „Wir können das hier nicht lösen“, resümierte Heins. Gleichwohl sei der Kompromiss eine gute Lösung für die hiesige Schullandschaft. Ob es sich bei dem Beitrag des Landkreises um einen festen Zuschuss oder eine Förderquote handele wollte, dann noch Arnold Hansen (Freie Wähler) wissen.

Bei der genannten Prozentzahl handele es sich lediglich um die Berechnungsqoute, stellte Harings klar. Der Landkreis zahle ausschließlich die damit ermittelte Summe von 1,902 Millionen Euro. Je nachdem, wie die Endrechnung ausfällt, ergebe sich ein Restrisiko für Hatten – „nach oben oder nach unten“. Dass Einzelne in der Gemeinde sich noch mehr erwartet haben, sie „schade“. Die Summe sei ein „außerordentlich gutes Angebot“. Damit sollten auch alle politischen Vertreter in der Gemeinde Hatten umgehen können, sagte der Landrat. Den Schlagabtausch zwischen Sasse und Post konnte er sachlich nicht nachvollziehen: „Ich sehe keine Situation zwischen der Samtgemeinde Harpstedt und der Gemeinde Wildeshausen.“ Die Wardenburg-Hatter Angelegenheit sei einmalig und bedinge zudem kein Dauerverhältnis.

Der Ausschuss folgte dem Vorschlag einstimmig. Im Mai muss noch der Kreisausschuss zustimmen.  

fra

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