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Ausschuss verschiebt Entscheidung über Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen

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Von: Ove Bornholt

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So soll das Urgeschichtliche Zentrum im alten Feuerwehrhaus aussehen.
So soll das Urgeschichtliche Zentrum im alten Feuerwehrhaus aussehen. © Rolwes-Hauth-Jacobi

Dem Bauausschuss wurde erstmals ein konkreter Entwurf für das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen (UZW) präsentiert. Doch die Politik braucht noch Bedenkzeit.

Wildeshausen – Es wird konkret: Ingenieur Andreas Hauth hat am Donnerstagabend im städtischen Bauausschuss einen Vorentwurf für das geplante Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen (UZW) präsentiert. Das soll bekanntlich in der alten Feuerwehr an der Huntestraße beheimatet sein. Die Kosten von 4,2 Millionen Euro bleiben auf dem Niveau der bisherigen Schätzung. Land und Bund tragen zwei Drittel der Investitionssumme, sodass die Stadt selbst rund 1,4 Millionen aufbringen müsste.

Zu der Entscheidung, den Entwurf so wie vorgestellt umzusetzen, konnte sich der Ausschuss allerdings trotz Drängens der Verwaltung nicht durchringen. Bürgermeister Jens Kuraschinski hatte angemerkt: „Langsam wird das Zeitfenster eng.“ Das UZW habe eigentlich schon 2020 in Betrieb gehen sollen. Man hänge also zwei Jahre hinterher.

Verwaltung drängt auf eine Entscheidung

Davon ließ sich die Politik aber nicht beeindrucken. Einstimmig wurde entschieden, dass die Planungen zwar weiterlaufen, sich der Bauausschuss aber Ende März noch einmal mit dem Entwurf beschäftigen wird. „Wir sollten uns die Zeit für eine Ehrenrunde nehmen“, sagte Wolfgang Sasse (CDU). Die Hälfte der Ratsmitglieder sei ja schließlich erst im Herbst neu gewählt worden, mahnte der Fraktionsvorsitzende. Außerdem habe die Politik den Entwurf zum ersten Mal während der Sitzung gesehen. „Das erschwert uns die Entscheidung.“

Aus der alten Feuerwehr soll das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen werden.
Aus der alten Feuerwehr soll das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen werden. © dr

Das war Wasser auf den Mühlen des parteilosen Ratsmitglieds Karl Schulze Temming-Hanhoff: „Die Verwaltung hat geschlafen. Sie hätte den Entwurf vorab zur Verfügung stellen müssen.“ Das Thema sei sonst einfach nicht beratungsreif. Einen entsprechenden Antrag seinerseits zur Absetzung des Tagesordnungspunkts hatte der Ausschuss allerdings im Vorfeld noch einstimmig abgelehnt. Er selbst hat kein Stimmrecht in dem Gremium.

Mittelteil soll abgerissen werden

Zum Entwurf: Hauth plant, den Mittelteil der alten Feuerwehr abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Das Dach sei undicht und es gäbe Risse in Wänden und Fußböden, hieß es zur Begründung. „Das Gebäude kippt uns weg“, brachte der Ingenieur seine Bedenken auf den Punkt. Stehen bleiben sollen der Gebäudeteil mit Schlauchturm an der Huntestraße und die Fahrzeughalle. Alles müsste modernisiert, gedämmt und neu gestaltet werden, damit aus der Feuerwehr ein Museum mit Veranstaltungsräumen und Gastronomie-Bereich werden kann. Der Neubau wäre dem Entwurf zufolge die Verbindung zwischen den beiden anderen Gebäudeteilen und würde einen repräsentativen Eingang mit viel Glas erhalten. Ansonsten passt sich das Mittelstück zum Großteil in die Architektur des Backsteinbaus ein.

Begeisterung bei SPD und CDW, Skepsis bei FDP und CDU

Der Entwurf fand begeisterte Befürworter wie Evelyn Goosmann (SPD) und Gudrun Brockmeyer (CDW), aber es gab auch Kritiker wie Rainer Kolloge (UWG). Er bemängelte die Vermischung unterschiedlicher Baustile. Vom UZW an sich wolle er aber keinesfalls Abstand nehmen. „Wir bekommen zwei Drittel gefördert. Wir wären verrückt, wenn wir das nicht machen würden.“ Auch Svea Mahlstedt vom Förderverein UZW begrüßte die Planungen. Sie enthielten alles, was für das Museum erforderlich sei.

Skeptiker saßen dagegen eher bei der CDU und der FDP. Das sei schon ein „dicker Schluck aus der Pulle“, stellte Ulli Kramer (CDU) mit Blick auf die Finanzen fest. „Ich habe Bedenken wegen der Kosten“, ergänzte Niklas Behrens (FDP), dessen Antrag auf Verschiebung schließlich eine Mehrheit finden sollte.

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