Ausschuss muss zuerst diskutieren, ob eine prägende Wirkung besteht

Zwei Häuser im alten Stadtkern sollen weichen

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Das Haus an der Heiligenstraße soll weichen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Hat das Haus an der Heiligenstraße 4 in Wildeshausen eine prägende Wirkung auf das Stadtbild oder nicht? Diese Frage muss der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt während seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag, 29. September, ab 18.15 Uhr im Stadthaus klären. Sollte die Mehrheit keine prägende Wirkung sehen, steht das Haus vermutlich nicht mehr lange dort. Ein Abriss wäre allerdings gegen die Wünsche des Landkreises Oldenburg.

Dieser hat sich als untere Denkmalschutzbehörde dahingehend geäußert, dass er den Erhalt des Gebäudes begrüßen würde. Doch Obacht: Dafür besteht keine rechtliche Grundlage, da das Haus kein Baudenkmal im Sinne des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes ist, wie die Verwaltung in der Ausschussvorlage betont.

Die Eigentümer beabsichtigen, nach dem Abriss des Wohn- und Werkstättengebäudes ein Mehrfamilienhaus zu errichten. Einer ihrer Vertreter wird während der Sitzung die Geschichte, den Zustand und ein Konzept für die zukünftige Planung vorlegen. Die Verwaltung äußert zu dem Vorhaben keinen Beschlussvorschlag.

Der Plan ist überhaupt nur relevant, da das Grundstück im Geltungsbereich des Bebauungsplans Nummer 10 F „Stadtmitte“ liegt. Dort hat die Stadt Wildeshausen eine Satzung zum Erhalt der städtebaulichen Eigenarten erlassen.

Dieser Geltungsbereich betrifft auch ein weiteres Bauvorhaben – und zwar an der Grünen Straße. Dort stehen derzeit ein Mehrfamilienhaus und mehrere Nebengebäude, die abgerissen werden sollen. Stattdessen ist ein neues Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und zwölf Stellplätzen geplant. Der Zugang zu dem Grundstück liegt an der Grünen Straße, aber auch eine Fläche, die der Huntestraße zuzurechnen ist, wäre betroffen. Dort steht noch eine Garage mit einer Wohnung.

Auf dem neu zu bebauenden Areal zwischen Grüner und Huntestraße steht zudem ein denkmalgeschützter Speicher. Dieser ist zu erhalten, merkt die Verwaltung an. Die gesamte Maßnahme sei allerdings mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Auch für dieses Vorhaben rücken die Planer an, um dem Ausschuss ihre Absichten vorzustellen. Die Empfehlungen des Ausschusses müssen in beiden Fällen noch vom Verwaltungsausschuss gebilligt werden.

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