Mehrheit befürwortet deutschlandweit einmaliges Projekt

Ausschuss gibt grünes Licht für Gesundheitsregion

Wildeshausen - Die vor zwei Jahren gestartete Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg soll nach dem Willen des Sozial- und Gesundheitsausschusses fortgesetzt werden. Zudem empfahl das Gremium am Dienstagabend die Investition in ein deutschlandweit einmaliges Projekt, das die Überlebenschancen von Herzinfarkt-Patienten steigern soll.

Für die Gesundheitsregion plant die Kreisverwaltung mit zusätzlichen Stellen, da die Förderung durch das Land von 25.000 Euro pro Jahr ausläuft. Darüber entscheidet der Kreisausschuss. Allerdings ist von diesem kein Widerstand zu erwarten, schließlich war die Zustimmung im Fachausschuss einhellig – von „wegweisendes Projekt“ (Wolfgang Sasse, CDU, Wildeshausen) über „nicht mitten im Galopp zum Stillstand kommen“ (Marion Daniel, FDP, Ganderkesee) bis hin zu „es wurde Enormes geleistet“ (Eckhardt Hildebrandt, UWG, Wardenburg).

Wie viele Stellen genau geschaffen werden, ist noch unklar. Die Aufgabe der zukünftigen Mitarbeiter hingegen ist fest umrissen: Sie sollen die ehrenamtlichen Arbeitsgruppen unterstützen und koordinieren. Die Verwaltung will in Zukunft auch andere Fördertöpfe anzapfen als nur die des Landes.

Das interessanteste der aktuell zehn Vorhaben, die die Arbeitsgruppen vorantreiben, trägt den Titel „Erleben – Erhöhung der Überlebensraten nach Herzstillstand“. Es geht darum, Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, noch vor Ort zu helfen, bevor der Rettungswagen eintrifft. Mit jeder Minute ohne Behandlung würden die Überlebenschancen sinken, erklärte Jan Kaminski vom Ordnungsamt/Rettungswesen.

Um das zu verbessern, sollen vorher erfasste Freiwillige, die zufällig in der Nähe sind, auf ihrem Smartphone alarmiert werden. Denkbar ist bei zum Beispiel drei Helfern, dass zwei zum Patienten eilen und versuchen, ihn wiederzubeleben, während einer einen Defibrillator von einer Sparkasse, Bank oder einem Verein holt. Die Teilnehmer sollen geschult werden.

100.000 Euro der Kosten von 275.000 Euro stemmt das Land. Auf den Landkreis Oldenburg kommen 30.000 Euro zu. Den Rest übernehmen die anderen beteiligten Landkreise Cloppenburg, Ammerland, Vechta und Wesermarsch sowie die Städte Oldenburg und Delmenhorst. Das Ganze ist ein „Leuchtturm-Projekt“.

Bis auf Daniel (FDP), die sich enthielt, stimmten alle zu. Sie könne nicht für ihre Fraktion sprechen, dafür sei das Vorhaben zu neu, argumentierte sie. Auch hier hat der Kreisausschuss das letzte Wort. - bor

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