Ausschuss fordert Stadtverwaltung auf, Projekte zur Inklusion zu entwickeln

„Alle Fördertöpfe anzapfen“

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Bis zum Jahr 2018 soll die Inklusion in den Kommunen verwirklicht werden. Dafür wird einiges an Geld benötigt.

Wildeshausen - Die Zahl der Flüchtlinge steigt, und behinderte Menschen benötigen gezielte Förderung. Das Geld in der Stadtkasse ist jedoch knapp. Deshalb hat der Ausschuss für Stadtentwicklung in Wildeshausen mit großer Mehrheit empfohlen, Projekte zu entwickeln, die aus dem Programm „Inklusion durch Enkulturation“ des Niedersächsischen Kultusministeriums gefördert werden.

Je nach Projektvolumen werden maximal 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben übernommen. Die Laufzeit der Projekte beträgt in der Regel zwei Jahre. Ziel ist es, Bildungsprojekte anzustoßen, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, eine ihren Fähigkeiten entsprechende Bildung zu erwerben, um als aktive Bürger an der Gesellschaft teilzunehmen.

Während alle Ausschussmitglieder viel von dem Programm hielten, stieß sich UWG-Ratsherr Hermann Hitz an dem Titel. Enkulturation ist seiner Einschätzung nach mit „hundertprozentiger kultureller Anpassung“ und „Aufgabe der eigenen Kultur“ gleichzusetzen. Das könne er nicht akzeptieren, so Hitz. Und er wundere sich, wie das Kultusministerium so etwas fördern könne.

Diese Aussage sorgte für einiges Kopfschütteln im Ausschuss. Christoph Wach (Grüne) reagierte gar zornig: „Es ist ungeheuerlich, zu unterstellen, dass das Programm in irgendeiner Weise einen rassistischen Hintergrund hat“, empörte er sich. „Du hast das nicht richtig verstanden.“

Wach lobte vielmehr die Initiative des Christdemokraten Günter Lübke, der sich sehr um Fördermöglichkeiten bemühe. „Wir finden das sehr gut, und wir sind sehr gespannt auf eine gemeinsame Projektentwicklung“, sagte er.

Wolfgang Sasse (CDU) mahnte an, dass die Stadt bis zum Jahr 2018 die Inklusionsvorgaben erreichen muss. Dafür solle man in jedem Fall alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Das sah auch Hartmut Frerichs (SPD) so. Ihm fehlte jedoch bei Projektvorschlägen der Bereich der Heranwachsenden. „Aber auch für diese Gruppe können wir uns Maßnahmen ausdenken“, entgegnete Bernhard Block (CDU).

Lars Kosten (FDP) regte an, zunächst gute und förderungsfähige Projekte zu entwickeln. Dann müssten die Gremien der Stadt ohnehin über den Eigenanteil beraten. Das sah auch Stephan Rollié (CDU) so. „Viele wichtige Maßnahmen können wir nicht mehr aus dem Haushalt bestreiten. Also müssen wir Fördertöpfe anzapfen.“ Bis auf Hermann Hitz stimmten alle Ausschussmitglieder für die Empfehlung.

dr

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