Kein Platz mehr in „Haus Felicitas“

Ausgabe für Kinderkleider geschlossen

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Über 350 Frauen nutzten jährlich die Baby- und Kinderkleiderkammer des Sozialdienstes katholischer Frauen in Wildeshausen. Gestern wurde die Kammer für immer geschlossen. Das „Haus Felicitas“ an der Wittekindstraße 10 im Besitz der katholischen Kirche soll saniert und dann anderweitig genutzt werden.

Für den Sozialdienst katholischer Frauen um die Vorsitzende Mechthild Bramlage ging damit eine 20-jährige soziale Tätigkeit zu Ende, von der viele bedürftige Frauen in Wildeshausen profitiert hatten.

Vor 20 Jahren hatten die Frauen eine Beratungsstelle und die Kleiderkammer ins Leben gerufen. Die Kombination war ideal, denn so konnten sich schwangere Frauen und junge Mütter gleich mit Kleidungsstücken versorgen. Vor zehn Jahren wurde „Donum vitae“ als katholische Frauenberatungsstelle gegründet. Die Beratung zog zwei Häuser weiter, bedürftige Frauen kamen aber dennoch in die Kleiderkammer, die jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr geöffnet war.

„Die Raumsituation war gut“, so Bramlage rückblickend. Da die Frauen noch über einen Kellerraum verfügten, konnten sie Sommer- und Winterware trennen. Es gab auch Schuhe und sogar Kindersitze in der Kleiderkammer. Schwierigkeiten, die Regale zu füllen, hatte der Sozialdienst nie, denn von Flohmärkten blieb genug Ware übrig, die an Bedürftige abgegeben werden konnte. Fünf Frauen gehörten zum festen Stamm in der Kleiderkammer. Sie sortierten die Wäsche und gaben die Kleidungsstücke aus.

Dass das Haus irgendwann anderweitig verwendet oder gar abgerissen wird, wurde immer mal wieder diskutiert. Nun aber ist die Entscheidung für eine Sanierung gefallen. Die Kleiderkammer muss raus. Einen Alternativraum gibt es jedoch nicht. Das Angebot, einen Raum im Waltberthaus zu nutzen, erscheint den Frauen nicht sinnvoll. „Das eignet sich dort nicht so gut“, sagt Mechthild Bramlage, die traurig über das plötzliche Ende ist. Der Gedanke, dass es nun von der katholischen Kirche keine Kleiderkammer mehr gibt, gefällt ihr nicht sonderlich. Ihr Engagement im Sozialdienst katholischer Frauen findet so auch einen Abschluss, der ihr schon einige schlaflose Nächte bereitet hat. Die verbliebenen Waren sollen nun zur Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes am Grünen Weg gebracht werden.

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