Ausbau der Holzhauser Straße wird teuer/„Versäumnisse der Stadt“

Anwohner kritisieren „organisierte Abzocke“

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Die Straße durch Holzhausen ist nur noch mit Tempo 30 halbwegs befahrbar und soll komplett ausgebaut werden.

Wildeshausen - Noch in diesem Jahr soll mit dem Ausbau der Holzhauser Straße in Wildeshausen begonnen werden. Die Anlieger werden sich voraussichtlich gerichtlich gegen die Maßnahme wehren und führen dafür einige Gründe an. Sie fühlen sich nicht korrekt behandelt und nennen Gründe.

„Als vor etwa 35 Jahren die Dorfstraße in Holzhausen gebaut wurde, sagten Stadtverwaltung und Politik den Bürgern zu, dass die Straße nach Zahlung der Anliegerbeiträge an den Landkreis Oldenburg abgegeben wird, da die Straße Autobahnzubringer-Charakter hat“, so der ehemalige FDP-Ratsherr Hergen Stolle in einer Stellungnahme. Außerdem, so die damalige Auskunft, liege die Straße in Verlängerung einer Kreisstraße von Bühren nach Holzhausen. Der Lückenschluss zwischen einer Landesstraße und einer Bundesstraße könne dementsprechend nur eine Kreisstraße sein.

Nach Angaben der Anwohner hat sich der Landkreis beim ersten Ausbau der Dorfstraße mit einem sechsstelligen DM-Betrag beteiligt. Es seien sogar auf Vorwegweisern Hinweise zur A1 angebracht worden.

„Die Stadtverwaltung versäumte es anscheinend schlichtweg, die Abgabe der Straße an den Landkreis weiter voran zu treiben“, sagt Stolle. Über die Jahre sei der Zustand der Verbindung wegen schlechter Unterhaltung dann immer schlechter geworden.

„Als die FDP-Fraktion 1999 im Stadtrat den Antrag für eine Straßensanierung stellte, kam das der Stadtverwaltung ungelegen, da die Straße zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet war – eine der Voraussetzungen, um Anliegerbeiträge zu kassieren“, erklärt Stolle.

Die Straße sei dann erst im Jahr 2012 gewidmet worden. Derzeit sei an eine Übernahme der Verbindung durch den Landkreis Oldenburg nicht zu denken, da dieser nur ausgebaute Straßen übernehme.

Die Anwohner kritisieren unterdessen eine „organisierte Abzocke“, weil sämtliche Acker- und Waldflächen bei den Anliegerbeiträgen mit herangezogen würden. „Und das, obwohl kaum Flächen durch die Dorfstraße erschlossen werden“, sagt Stolle. „Diese werden nämlich durch ein Realverbandswegenetz erschlossen, das zusätzlich von denselben Anliegern finanziert wird.“ Dass die Wortbrüchigkeit von Politik und Verwaltung nicht unbedingt zum Vertrauen beigetragen habe, sei da verständlich.

„Voraussichtlich werden wieder einmal Gerichte die letzte Entscheidung treffen. Bei einer konstruktiven Arbeitsweise hätte man sich dies ersparen können“, meint Stolle. „Übrigens, es fehlt noch immer das Schild ‚Durchfahrt verboten‘ mit dem Zusatz ‚Anlieger frei‘“, fügt er hinzu.

dr

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