Stadt hat noch keinen Förderantrag gestellt / Sprecher: „Werden uns gedulden müssen“

Ausbau des „Lampenwegs“ in weiter Ferne

Schon seit Jahren stehen die Lampen, aber wann der Weg ausgebaut wird, ist unklar.
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Schon seit Jahren stehen die Lampen, aber wann der Weg ausgebaut wird, ist unklar.

Wildeshausen – Der „Lampenweg“ – eine unendliche Geschichte? Ende 2018 verhandelte die Stadt Wildeshausen mit dem Realverband über den Kauf eines Weges zwischen der Kapitän-Strasser-Straße und den neuen Baugebieten „Vor Bargloy“. Er sollte für Fußgänger und Radfahrer ausgebaut werden, denn am Bargloyer Weg gibt es streckenweise keinen Rad- oder Fußweg.

Damals standen schon die ersten Lampen, weswegen der Weg als „Lampenweg“ bekannt wurde. „Wir wollen den Weg auf jeden Fall anlegen“, versicherte Stadtsprecher Hans Ufferfilge.

Im März 2019 fragte der parteilose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff bei der Verwaltung nach: „Ist damit zu rechnen, dass der Weg als ,sicherer Schulweg‘ ausgebaut wird?“ Von der Stadt hieß es daraufhin im April: „Sobald der Eigentumsübergang erfolgt ist und weitere benötigte Flächen erworben sind, wird der Weg ausgebaut. Die Haushaltsmittel stehen bei der Ersterschließung ,Gersten- und Roggenstraße‘ zur Verfügung.“ Eine Grobplanung sei vorhanden.

Aber auch im Dezember 2019 hatte sich noch nichts getan. Damals sagte Ufferfilge, die Stadt halte Ausschau nach Fördermöglichkeiten. Im Haushalt für 2020 waren 300 000 Euro eingestellt. Und jetzt, zehn Monate später? „Zurzeit erfolgt die Vorbereitung einer Antragstellung zur Generierung von Fördermitteln für dieses Vorhaben“, so der Sprecher. Nach Vorliegen eines Bewilligungsbescheides könne mit der Umsetzung begonnen werden.

„Erst mit Inkrafttreten des Haushaltes 2020 (Ende Januar) konnte überhaupt mit der Planung von Projekten begonnen werden“, versuchte Ufferfilge jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung, die lange Vorbereitungszeit für den Förderantrag zu erklären. Zwei Monate nachdem der Haushalt genehmigt war, „kam die Pandemie mit der Folge, dass bereits Anfang April eine Haushaltssperre erlassen werden musste. Diese hatte zur Folge, dass sämtliche noch nicht begonnenen Investitionsmaßnahmen bis auf Weiteres ausgesetzt wurden. Erst kürzlich wurde die Haushaltssperre aufgehoben. Nunmehr kann das Projekt weiter vorbereitet werden“, so Ufferfilge zur Begründung.

Der Stadtsprecher verwies außerdem darauf, dass für einen Antrag auf Fördermittel detailliertere Kenntnisse über die Maßnahme und die konkreteren Kosten vorausgesetzt würden. „Soll heißen: Weitere Grundlagenermittlungen sind erforderlich.“ Alles sei in weiterer Vorbereitung, einschließlich des Antrages.

Fragen unserer Zeitung, welche konkreten Mittel die Stadt denn bei welcher Stelle einwerben möchte und wann der Antrag fertiggestellt sein soll, ignorierte Ufferfilge. Auf die Frage, ob die Umsetzung bis zum Sommer 2021 erfolgen könne, sagte er: „Sobald der Zuwendungsbescheid vorliegt, werde ich darüber gern eine Pressemitteilung herausgeben. Wir werden uns allerdings noch etwas gedulden müssen.“

Der „Lampenweg“ ist dabei nicht nur irgendein Radweg, sondern sogar Teil der „Fahrrad-Premiumroute“, die die Stadt von den neuen Baugebieten bis zur Harpstedter Straße quer durch Wildeshausen plant.

Auch in der Politik ist man verwundert wegen der Verzögerungen beim „Lampenweg“-Ausbau. „Viele Dinge werden vom Rat beschlossen und nicht umgesetzt“, kritisierte Wolfgang Sasse (CDU) die Verwaltung. „Beim ,Lampenweg‘ geht es doch um die Schulwegsicherung.“ Er habe schon vor Jahren einen entsprechenden Antrag gestellt. „Wir investieren Millionen in ein neues Wohngebiet und was ist mit dieser Kleinigkeit?“, ärgert sich der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Man könne den Weg doch auch erst einmal provisorisch schottern. Ende 2019 hatte der Verwaltungsausschuss auf Antrag der CDU beschlossen, dass eben das geprüft werden soll. Ein Ergebnis habe er bis heute nicht, sagte Sasse.

„Schade, dass manche Dinge so lange dauern“, ärgerte sich Jens-Peter Hennken, Ratsherr der CDW. „Aber wenn die Prioritäten der Verwaltung anders gelegt werden, ist das eben die Folge.“

Von Ove Bornholt

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