„Fortnahme“ in der Bauerschaft Aumühle

Kreis Oldenburg sucht neue Halter für Pferde aus Tierschutzfällen

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Sucht ein neues Zuhause: Wallach „Valentino“ auf seinem Pflegehof in der Bauernschaft Aumühle. 

Wildeshausen - Von Gero Franitza. Elf Pferde und Ponys, darunter eine Stute mit ihrem Fohlen, hat das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg am Wochenende in der Bauerschaft Aumühle zur Vermittlung angeboten. Alle Tiere waren ihren ursprünglichen Haltern aus Gründen des Tierschutzes weggenommen worden.

„Fortnahme“ nennt sich das auf Amtsdeutsch. „Das ist allerdings das letzte Mittel“, erklärte Amtstierärztin Anja Broziat das in sich komplexe Verfahren. Zunächst werden die Halter aufgefordert, binnen bestimmter Fristen die festgestellten Mängel abzustellen. Sollte das letztlich nicht fruchten, holt das Veterinäramt die Tiere ab. „Meist sind das Fälle, die sich über Jahre hingezogen haben“, berichtete sie. Dazu können viele Gründe geführt haben: falsche Stallungen, vernachlässigte Pflege, oder der benötigte Tierarzt ist nicht gerufen worden.

„Manche Leute werden auch betriebsblind“, umschrieb die Veterinärin zurückhaltend. Über die Jahre sehen die Halter nicht mehr, dass es ihren Pferden und Ponys nicht nur nicht gut, sondern sogar richtig schlecht geht. Andere kommen schlichtweg nicht mehr gegen die angehäuften Probleme an. „Das sind nicht die großen Tierhasser“, stellte Broziat klar, „viele lieben ihre Pferde“. Körperliche Misshandlungen von Pferden seien ihr hier bislang noch nicht untergekommen.

Derweil führte ein Mitarbeiter des Veterinäramtes auf dem Pflegehof die einzelnen Tiere kurz vor. Mit Namen wollte er in der Zeitung nicht genannt werden. Denn gänzlich unheikel sei das Thema nicht. „Bei diesem Tier war das Zahnfleisch so stark entzündet, da hättet ihr das Heulen bekommen“, erklärte er den rund 20 Interessenten. Doch nach Behandlungen durch einen Tierarzt und viel Zuwendung geht es dem Pony jetzt soweit wieder gut. Auch andere Pferde sind gesund gepflegt worden. Manchen kann aber kurzfristig nicht viel geholfen werden: Wallach „Lucas“ zum Beispiel hat eine chronische Lungenerkrankung, die lang anhaltende Aufmerksamkeit erfordert.

Wer sich für eines der Tiere interessiert, muss vorher eine Selbstauskunft abgeben, erklärte Veterinärin Broziat abschließend. Die Behörde überprüft dann die Angaben und die Haltungsbedingungen. Stammt der Interessent nicht aus dem Landkreis Oldenburg, kontaktieren die Wildeshauser das für ihn zuständige Veterinäramt. Ist alles in Ordnung, werden die Tiere für eine Schutzgebühr von in der Regel 250 Euro abgegeben.

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