Professor Matthias Stauch berät Anwohner 

Ex-Gerichtspräsident kritisiert Pläne für Wildeshausen-West

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Bei einem Ortstermin vor dem Waldgebiet diskutieren Professor Matthias Stauch (Zweiter von rechts) und die Mitglieder der Interessengemeinschaft Henning Lühr, Reinhard Meiners sowie Detlef Bahrs (von links) die Pläne für das Industriegebiet. 

Aumühle - Von Ove Bornholt. Mit Professor Matthias Stauch hat die Interessengemeinschaft (IG) gegen das geplante Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West ein juristisches Schwergewicht an ihre Seite geholt. Der Bremer ist nicht nur ehemaliger Präsident des Oberverwaltungsgerichts der Hansestadt, sondern diente derselben auch lange Jahre als Staatsrat. „Jetzt gibt es Gegenwind“, kündigt der Jurist an.

Kurz zum Verfahrensstand: Derzeit geht es um die Änderung des Flächennutzungsplans für das knapp 37 Hektar große Waldgebiet bei Aumühle. Also erst einmal eine grobe Planung, die die Nutzung des Areals neu regelt. 32 Hektar sollen als Baufläche genutzt werden. Bürger können bis zum 16. Juli Einwendungen vorbringen und werden das laut Stauch sowie den Sprechern der IG, Detlef Bahrs und Reinhard Meiners, auch tun. Letztendlich muss sich der Stadtrat mit diesen Einwendungen befassen, bevor der Landkreis Oldenburg seinen Segen gibt. Anschließend stünde eine konkrete Bauleitplanung an.

Stauch bewertet die vorgesehene großflächige Abholzung des Waldes als „umfangreiche und massive Maßnahme, deren Kosten und Nutzen in die Abwägung mit einfließen müssen“. Die Stadt sei verpflichtet, jeden Hektar an anderer Stelle wieder aufzuforsten, was natürlich Ausgaben nach sich ziehe. „Dazu findet sich in der Planung aber kaum etwas“, bemängelt der Professor.

Zudem wird hinterfragt, ob die Stadt überhaupt ein Industriegebiet braucht. IG-Sprecher Bahrs verweist auf den nahen Metropolpark Ahlhorn. Und wenn doch, müsse die Stadt in ihrer Planung deutlich machen, dass es keine anderen Möglichkeiten als das Areal bei Aumühle gibt, unterstreicht Jurist Stauch. „Die Alternativplanung fehlt im Grunde“, kritisiert er.

Der erfahrene Anwalt verweist darauf, dass „sich die Lärmsituation für die Anwohner nach dem Abholzen des Waldes drastisch verändern würde“. Der 66-Jährige spielt damit auf die nahe Autobahn an, auf der sich 50 000 Fahrzeugbewegungen pro Tag ereignen würden.

Bürger fürchten Verlust von Lebensqualität

Alles Argumente, die bei der IG gut ankommen. Die rund 30 Mitglieder aus Steinloge und Umgebung befürchten den Verlust von Lebensqualität, wollen den Wald als Naherholungsgebiet erhalten und sehen grundsätzlich keine Notwendigkeit, an dieser Stelle ein Industrie- und Gewerbegebiet zu planen.

Mit ihrem Widerstand steht die BI nicht alleine da, sondern weiß die Gemeinde Großenkneten an ihrer Seite. Gemeinderat Klaus Bigalke bestätigt, dass das neue Areal eine Konkurrenz zum Ahlhorner Metropolpark Hansalinie sei. „Dort haben wir noch mehr als 100 Hektar freie Fläche für Gewerbe- und Industriebetrieb“, sagt Bigalke. Des Weiteren bemängeln die Großenkneter, dass die Bauleitplanungen mit ihnen abgestimmt werden müssten und die Erschließung teilweise über ihr Gebiet erfolgen würde. „Wir prüfen, ob wir weitere Einwendungen vornehmen“, so Bigalke, der sich auch schon mit Professor Stauch getroffen hat.

Die Mitglieder der BI kommen am Donnerstag ab 19.30 Uhr auf dem Hof Martens an der Steinloger Straße 2 zusammen. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail an ingewiwest@gmx.de möglich.

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