Neues Pflegecenter am Westring soll im März fertig sein

An Aufgeben haben die drei Tamar-Brüder nie gedacht

Die neue Halle soll im März in Betrieb genommen werden. Bis dahin sind noch einige Arbeiten zu erledigen. - Fotos: Dejo
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Die neue Halle soll im März in Betrieb genommen werden. Bis dahin sind noch einige Arbeiten zu erledigen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Aufgeben war für die Brüder Zeravan (Geschäftsführer), Saleh und Kovan Tamar vom gleichnamigen Autopflegecenter am Westring in der Kreisstadt zu keinem Zeitpunkt eine Option. Auch nicht nach den beiden Rückschlägen, die sie in diesem Jahr erleiden mussten. Jetzt geht es wieder steil bergauf, die neue Waschhalle soll im März fertig sein. Wobei der Betrieb des Unternehmens auch jetzt nicht ruht.

Es war am 29. Juni, als über der Kreisstadt enormer Stark-regen niederging und viele Straßen und Keller unter Wasser setzte. Betroffen war auch die Halle von Tamar, auf deren Dach sich große Mengen Wasser gesammelt hatten – bis das Trapezblech nachgab. Die Wassermassen breiteten sich in der Halle mit gewaltiger Kraft aus und zerstörten einiges. „Es ist errechnet worden, dass es vier Tonnen Wasser waren, die sich auf dem Dach angesammelt hatten. Da musste wohl so etwas passieren“, erzählt Kovan Tamar.

Damals hatte Zeravan Tamar erklärt, dass die Versicherung für den Schaden nicht aufkommt, weil er keine Elementarversicherung abgeschlossen habe. „Das wussten wir nicht, dass eine solche Versicherung abgeschlossen werden muss“, so Kovan. Jetzt aber sei das natürlich alles geregelt.

Zurzeit muss vieles noch draußen erledigt werden. Ab März soll sich das jedoch ändern.

Fast übergangslos ging der Betrieb Ende Juni weiter, bei einer Firma in Diepholz wurde ein großes Zelt gemietet, in dem die Fahrzeuge von Hand gereinigt werden konnten. „Es musste doch schnell vorangehen, schließlich ist das Unternehmen die Existenz unserer gesamten Familie und vieler Mitarbeiter“, so Kovan.

Dann kam aber am 5. Oktober das Sturmtief „Xavier“ mit Orkanböen daher und machte auch vor dem Zelt der Brüder Tamar nicht halt. Dabei wurden dann auch noch vier Fahrzeuge beschädigt. „Wir waren wie gelähmt und niedergeschlagen, dass wir zwei Mal ein solches Pech haben mussten. Aber aufgeben wollten wir auch dann nicht. Wir haben uns gesagt, dass wir sicher noch viele Chancen im Leben haben, die wir auch wahrnehmen wollen“, betont Kovan. Die drei Brüder und auch der Vater hätten immer gearbeitet: „Also haben wir auch zu diesem Zeitpunkt weitergekämpft.“

Neubau kostet rund 500.000 Euro

Auf Hochtouren laufen nun die Arbeiten an der Halle sowie die Pflasterarbeiten auf dem Außengelände. „Im März soll alles fertig sein, der Neubau wird sicherlich rund 500.000 Euro kosten. Aber dafür haben wir dann eine sehr massive und gute Halle“, berichtet Kovan.

Die Halle hat eine Grundfläche von etwa 450 Quadratmetern. Hinzu kommen Annahme, Büro, Warteraum sowie Privaträume. „Wir sind sicher, dass in diesem Gebäude die Arbeitsabläufe noch besser funktionieren, weil es wesentlich mehr Platz bietet“, so Tamar. Immerhin hätten sie an guten Tagen bis zu 100 Autos auf dem Hof, die gereinigt werden müssen.

2013 selbstständig gemacht

Bereits im Jahr 1998 kam Vater Saharadin Tamar aus Zakho im Nordirak nach Deutschland. Er arbeitete seinerzeit in einem fleischverarbeitenden Betrieb. „Die Lage im Irak war einfach nicht mehr sicher, es gab kaum noch eine Zukunft“, erzählt der Sohn. Zehn Jahre später hat er die Familie nach Deutschland geholt. Gemeinsam lebte sie zunächst in Goldenstedt. „Vater hat gesagt, dass wir nach Deutschland kommen sollen, weil hier die Zukunft für fleißige Männer liegt“, so Kovan.

Nach der Ausbildung zum Autopfleger beziehungsweise Elektrotechniker fassten die drei Brüder 2013 den Entschluss, sich mit einem Handwäsche-Pflegecenter selbstständig zu machen. In der ehemaligen Shell-Tankstelle an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen waren schnell die nötigen Räumlichkeiten gefunden. „Dann hat der Besitzer das Grundstück verkauft, und wir mussten dort weg“, so Kovan. Zum Glück habe sich das Grundstück am Westring zum Kauf angeboten, und die Firma habe umziehen können.

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