„Auf gute Nachbarschaft“ soll das Miteinander stärken

Willkommens-Initiative Wildeshausen möchte vermitteln

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Wollen die Nachbarschaft in Wildeshausen stärken und Geflüchtete integrieren: Michaela Kurwinkel, Jens Kuraschinski, Sabine Müller, Julia Gunder und Nizmiye Acar (v.l.).

Wildeshausen - „Auf gute Nachbarschaft“ heißt ein Projekt der Initiative für Geflüchtete „Willkommen – Miteinander in Wildeshausen“, das die Integration von zugezogenen Mitbürgern stärken soll. Diese verläuft offenbar nicht immer problemlos, weil sowohl eingesessene Bürger als auch Geflüchtete oft nicht ins Gespräch kommen. Das soll sich nun ändern.

Bei der Willkommens-Initiative handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Wildeshausen, des Landkreises Oldenburg, der Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie, der Freiwilligenagentur „mischMit!“ und von engagierten Bürgern.

„Wir möchten hier Nachbarschaften stärken. Oftmals ist es ein Gruß über den Gartenzaun oder im Treppenhaus, manchmal ein regelmäßiger Treff, vielfach eine kleine Hilfeleistung, die Nachbarschaft ausmacht. Immer ist es aber ein Kontakt zwischen Menschen, die nah beieinander leben“, sagt Bürgermeister Jens Kuraschinski.

„Um die Verbindung herzustellen, bedarf es einer Prise freundlicher Neugier, eines Löffels Höflichkeit, einer großen Kelle Interesse und ab und an eines Kilos Einsatzbereitschaft“, ergänzt Kristiane Helter von der Initiative „Willkommen in Wildeshausen“. „Aus diesen Zutaten ergibt sich im besten Falle eine stabile Nachbarschaft, die nicht aufdringlich daher kommt, dem anderen Raum lässt und Freiheiten bietet.“

„Es muss nicht immer eine riesige Aktion sein“

„Ein gutes Miteinander ist nicht nur für die meisten alteingesessenen Wildeshauser wichtig und wird entsprechend gepflegt, auch die neuen Nachbarn, die aus Kriegsländern zu uns geflüchtet sind, freuen sich über einen Kontakt. Manche sind noch sehr unsicher und tun sich schwer auf die nächsten Nachbarn zuzugehen“, hat Sabine Müller, ebenfalls von „Willkommen in Wildeshausen“, festgestellt.

An dieser Stelle möchten die Projektpartner Nachbarschaften unterstützen, indem Fragen beantwortet und gute Ratschläge gegeben werden oder eine Begleitung beim ersten Kennenlernen dabei ist.

„Es muss nicht immer eine riesige Aktion sein, die die gute Nachbarschaft ins Rollen bringt“, meint die Integrationsfachkraft der Stadt Wildeshausen, Michaela Kurwinkel. „Vielleicht bietet man einfach mal an, den Nachbarn zum wöchentlichen Einkauf im Auto mitzunehmen oder die schweren Einkäufe zu tragen. Man verleiht die Fahrradpumpe, wenn der Reifen des Nachbarkindes platt ist, oder bittet um Hilfe beim Zurückschneiden der Bäume oder beim Tragen eines schweren Möbelstücks.“

Hemmschwelle überwinden

Aus Erfahrung wissen die Projektpartner, dass es auch Probleme in den neuen Nachbarschaften gibt. Manches Handeln der Geflüchteten sorgt bei Wildeshausern für Unmut. Die Flüchtlingssozialarbeiterinnen der Diakonie, Julia Gunder und Nizmiye Acar, haben dies schon erlebt: „Ganz typisch ist dafür der Umgang mit unserem System der Mülltrennung. Bei jemandem, dem dies fremd ist, kann schon mal was in der falschen Mülltonne landen. Auch unsere Vorstellungen von einem gepflegten Garten stimmen nicht immer mit denen anderer Kulturen überein.“ So empfindet es manch ein Wildeshauser als störend, wenn das Grundstück nebenan ungepflegt aussieht. Auch in solchen Situationen möchten die Mitwirkenden von „Willkommen in Wildeshausen“ unterstützen und vermitteln. „Hier besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass wir mitgehen, um die Hemmschwelle zu überwinden“, sagt Helter im Namen aller Projektpartner.

Wer eine Idee zur Verbesserung von Nachbarschaften in Wildeshausen hat und Unterstützung oder Rat benötigt, um diese in die Tat umzusetzen, sollte sich an das Projektteam wenden. Auch wer schon eine gute Nachbarschaft zu geflüchteten Menschen pflegt, darf sich gerne melden, damit unsere Zeitung darüber berichten kann. Bei Interesse melden Sie sich an Kristiane Helter von der Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ unter Telefon 04431/9559944 oder per E-Mail an kristiane.helter@web.de

dr

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