Knappe Entscheidung im Kreistag

Rückübertragung der Hunteschule: Wie Armin Köpke den Schultausch möglich machte

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Viele Bürger, Ratsmitglieder und Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski (links) saßen bei der Debatte im Publikum.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Kreistag des Landkreises Oldenburg hat am Dienstagabend mit 25 zu 24 Stimmen für die Rückübertragung des Gebäudes der Hunteschule an die Stadt Wildeshausen votiert. Damit ist der Weg für einen Schultausch mit der St.-Peter-Schule in der Kreisstadt frei. Der Stadtrat berät am Donnerstag, 21. Dezember, ab 17 Uhr bei „Schönherr“ in Düngstrup darüber. Die äußerst knappe Entscheidung im Kreistag wurde dadurch beeinflusst, dass der Wardenburger CDU-Kreistagsabgeordnete Armin Köpke bei der Abstimmung fehlte.

Erwartungsgemäß votierten die SPD (15 Abgeordnete), die Linke (zwei) und Landrat Carsten Harings für die Übertragung des Schulgebäudes an die Stadt. Diese will dort die St.-Peter-Schule ansiedeln und die Hunteschüler am jetzigen St.-Peter-Standort beschulen. Da die Förderschule 2028 ausläuft – so zumindest die aktuelle Gesetzeslage – würde perspektivisch Platz für die Holbeinschüler geschaffen werden, die auch am Standort St.-Peter unterrichtet werden.

Zurück zur Kreistagsdebatte: SPD, Linke und Landrat kommen zusammen auf 18 Stimmen. Die Grünen, die entgegen ihrer Ankündigung nicht vollständig waren, steuerten fünf Stimmen bei. Entscheidend waren letztlich Wolfgang Sasse und Sonja Plate (beide CDU), die anders als alle anderen Mitglieder ihrer Fraktion für die Rückübertragung votierten.

Dennoch hätten die Gegner der Rückübertragung, nämlich der überwiegende Teil der CDU (13 Abgeordnete), FDP/Freie Wähler (sechs), AfD (vier) und UWG (zwei) ein 25:25-Unentschieden und damit eine Ablehnung der Rückübertragung erzwingen können. Aber: Der Wardenburger CDU-Kreistagsabgeordnete Armin Köpke stieß erst um 18.45 Uhr zur Sitzung. Die Schulabstimmung war da schon eine Dreiviertelstunde her. Laut Dirk Vorlauf, Vorsitzender der christdemokratischen Fraktion, hatte sich Rechtsanwalt Köpke eine halbe Stunde vor der Sitzung gemeldet und erklärt, aus beruflichen Gründen später zu kommen.

Knappe Entscheidung

Während der überwiegend sachlich geführten Debatte sprach sich Wolfgang Däubler (UWG) dafür aus, die „christliche Bekenntnisschule St. Peter“ zu erhalten. „Das entspricht den Bedürfnissen vieler Bürger und Familien.“ Vorlauf fand es „verantwortungslos“, das Gebäude an die Stadt zu übertragen, wenn die Förderschulen über 2028 hinaus erhalten bleiben könnten. 

„Wir möchten, dass der Elternwille zählt, denn die Eltern wissen am besten, was gut für ihre Kinder ist.“ Auch Niels-Christian Heins (FDP) hatte Zweifel. „Mir leuchtet überhaupt nicht ein, was der Landkreis gewinnt. Die Hunteschule funktioniert an ihrem Standort gut.“ Patrick Scheelje (AfD) wies auf sehr emotionale Elternbriefe hin, die seine Fraktion dazu gebracht hätten, die Rückübertragung abzulehnen.

So viel zu den Gegnern. „Wir, der Kreistag, können der Stadt Wildeshausen in einer sehr schwierigen Frage helfen“, unterstrich Tauschbefürworter Franz Duin (SPD). Eine Zukunft der Förderschule über 2028 hinaus sei unrealistisch. Für Götz Rohde (Grüne) bedeutet Inklusion, „dass die Hunteschüler nicht unter einen Schutzschirm sollen“. 

Der Umzug sei zumutbar. Kreszentia Flauger (Linke) sprach davon, dass die Stadt entweder die Immobilien tauschen oder eine neue Schule bauen müsse. Letzteres mache „einen Unterschied von mehreren Millionen Euro“ aus. „Das kann man nicht ignorieren.“

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