„Super Brain“ verloren

Archivar des Bürger- und Geschichtsvereins nimmt nach 18 Jahren Abschied

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Heinz-Joachim Kunz (Zweiter von links) hört beim Bürger- und Geschichtsverein auf. Ein Schritt, den Eva-Maria Ameskamp, Stephan Rollié, Peter Heinken, Klaus Schultze, Bernd Oeljeschläger und Evelyn Goosmann (von links) bedauern. 

Wildeshausen - Auf den ersten Blick ist es nur ein Wechsel auf einem weniger wichtigen Vorstandsposten. Doch mit Beisitzer Heinz Joachim Kunz (80) hat der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen sein „super Brain“ verloren, wie es Vorsitzender Bernd Oeljeschläger während der offiziellen Verabschiedung am Mittwochabend im „Alten Amtshaus“ ausdrückte.

Den Ruf eines überragenden Gehirns beziehungsweise Gedächtnisses hat sich Kunz in langen Jahren angeeignet. Seit 2001 integrierte der gelernte Bankkaufmann das Archiv von Heinrich auf der Heide, der Unterlagen der Brandkasse und der Kirchengemeinde gesammelt hatte, in den Bestand des Bürger- und Geschichtsvereins. Erst gemeinsam und nach auf der Heides Tod im Jahr 2006 allein wühlte sich Kunz durch Hunderte von Fotos und Papieren. Damit dürfte der 80-Jährige einer der besten Kenner Wildeshausens sein.

Kunz erfasste Häuser und Grundstücke sowohl in der Stadt als auch in der Landgemeinde. Er rekonstruierte die Abfolge der Besitzer und ordnete Fotos zu. Dabei waren seine Kenntnisse um Wildeshausen, die Häuser und ihre Bewohner eine wertvolle Hilfe. „Die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht“, unterstrich Kunz, der aus gesundheitlichen Gründen aufhört.

Der gebürtige Ostpreuße flüchtete 1945 vor der Roten Armee. Im August landete er in Wildeshausen, wo er heimisch werden sollte. Jahrzehntelang war er im Kreditmanagement der Oldenburgischen Landesbank (OLB) in der Zentrale in Oldenburg und auch in Wildeshausen beschäftigt. 1976 trat Kunz in den Bürgerverein ein, aus dem 2001 der Bürger- und Geschichtsverein hervorging. Der 80-Jährige wechselte vom Vorstand des einen Vereins in den des anderen und engagierte sich seitdem für die Bewahrung des historischen Wissens um Wildeshausen.

„Und das aus Liebe zur und Leidenschaft für die Stadt“, betonte Oeljeschläger. „Inhaltlich wird es schwer, dein Wirken zu ersetzen“, so der Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins. Formell ist Klaus Schultze als Beisitzer nachgerückt. Doch die Aufgabe im Archiv teilen sich Eva-Maria Ameskamp und Cornelia Harms. Bei Fragen steht Kunz zu Verfügung, wie er bereits ankündigte. Hilfe, die wahrscheinlich gebraucht wird. Denn: „Die Erfassung endet nie“, so der 80-Jährige, der sich jetzt verstärkt dem Schreiben seiner Biografie der Jahre 1943 bis 1952 und seiner Frau Ursel widmen kann.  

bor

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