Historische Funde verhindern Start der Bauarbeiten vor Bargloy

Erst Archäologie, dann die Erschließung

Baugebiet vor Bargloy: Nach der Prospektion im August/September sind hier weiter Grabungen vor der Erschließung nötig.
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Baugebiet vor Bargloy: Nach der Prospektion im August/September sind hier weitere Grabungen vor der Erschließung nötig.

Bargloy – Mit der Erschließung des neuen Baugebietes nördlich der Bargloyer Straße in Wildeshausen wird es höchstwahrscheinlich nicht so schnell vorangehen, wie ursprünglich geplant.

Grund dafür ist, dass nach der im August und September erfolgten archäologischen Prospektion des Gebietes mit drei Suchgräben weitere Grabungen erforderlich sind, um zu klären, ob möglicherweise interessante Spuren von früher Besiedlung zu finden sind.

Das ist nicht ungewöhnlich. Auch in anderen Teilbereichen der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme waren genauere Untersuchungen fällig, um Spuren zu sichern.

„Es ist zwar bei der Prospektion nicht so viel entdeckt worden“, bilanziert Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries. „Aber es sind auf drei Teilflächen weitere Erdaufnahmen nötig.“ Sollten sich dort an den Rändern Funde zeigen, müssten die Areale auch noch vergrößert werden.

2,2 Hektar gelten als Grabungsfläche

Hans Ufferfilge, Pressesprecher der Stadt Wildeshausen, spricht von knapp 2,2 Hektar Grabungsfläche. „Die Ausschreibung dafür wird gerade vorbereitet und soll in den nächsten zwei Wochen veröffentlicht werden.“

Die Stadtverwaltung rechnet mit einer Bauzeit von drei bis sechs Monaten. Das sei allerdings vom Ausschreibungsergebnis abhängig, so Ufferfilge. Und vom Personal. Fries bestätigt, dass es derzeit nicht so leicht ist, Grabungsfirmen zu engagieren. Die wiederum benötigten möglichst lang tägliche Zeitfenster, um im Hellen arbeiten zu können. Somit ist mit einem Beginn der Grabungen wohl kaum vor dem Frühling zu rechnen. Wie lange die Untersuchung dauert, hängt laut Ufferfilge dann natürlich von den etwaigen archäologisch relevanten Funden ab. „Nach etwa einem Drittel der genannten Fläche kann man dann schon mehr abschätzen“, hofft er.

Mit dem Abschluss der Arbeiten hängt die Erschließung der Wohnbauflächen ab – und auch der Vermarktung der Grundstücke.

Bebauungsplan ist seit einem halben Jahr aufgestellt

Den Bebauungsplan hatte die Stadt bereits am 15. Juni bekannt gemacht. Die Ersterschließung mit der Mohnstraße wurde bereits im Juli geplant und sollte noch im Sommer ausgeschrieben werden. Die Hoffnung war damals, nach der Rapsernte die Prospektion vorzunehmen und dann schnellstmöglich mit der Erschließung beginnen zu können. Dafür müssen sich alle Beteiligten nun erst einmal in Geduld üben.

Längst überfällig ist auch ein weiteres Projekt in den Marschwiesen hinter der Kläranlage. Wie vor einem Jahr berichtet, waren Anfang 2020 auf einem rund 1,6 Hektar großen Marschwiesengebiet historische Scherben gefunden worden. Dort sollte eine Überschwemmungsfläche für die Hunte ausgekoffert werden.

Grabung in den Marschwiesen: Hier ist die Untersuchung schon seit Monaten überfällig.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege sowie die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Oldenburg nahmen sich der Sache an, stoppten die Arbeiten und gaben eine Untersuchung in Auftrag, die die Notwendigkeit ergab, weitere Grabungen vorzunehmen. Diese sollten eigentlich schon im vergangenen Jahr über die Bühne gehen.

„Die Abgrabungsflächen hinter der Kläranlage werden parallel zur Abgrabung vor Bargloy ausgeschrieben“, teilte Ufferfilge nun mit. Auch hier hoffe man, eine geeignete Fachfirma zu finden.  

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