Eine prägende Persönlichkeit geht

Elisabeth Brons: „Die Arbeit geht auch ohne mich weiter“

Elisabeth Brons

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit Elisabeth Brons verlässt eine prägende Persönlichkeit den Kinderkulturkreis Wildeshausen. Sie geht mit ihrem Mann, einem Niederländer, zurück nach Holland. Im Interview erzählt die 42-Jährige, warum es auch in Zeiten von Netflix und Co. noch Theaterstücke für Kinder braucht und welche Aufführung ihr am besten gefallen hat.

Frau Brons, warum haben Sie vor ein paar Jahren beschlossen, sich beim Kinderkulturkreis zu engagieren?

Brons: Seit 2010 wohnen wir in Wildeshausen, und schon Ende 2011 habe ich mich dem Kinderkulturkreis angenähert. Zu dem Zeitpunkt war unsere große Tochter sechs Monate alt. In Groningen, wo wir vorher wohnten, habe ich beim Nordniederländischen Orchester als Marketingmanagerin gearbeitet. Da war ein kulturelles Engagement für die Bürger Wildeshausens für mich selbstverständlich.

Wie geht es weiter mit dem Kinderkulturkreis, haben Sie schon einen Nachfolger gefunden?

Schon vor meiner Zeit gab es den Kinderkulturkreis – einen Arbeitskreis des Kulturkreises Wildeshausen. Unsere gute Seele Gisela (Poppe, Anm. d. Red.) ist schon seit Jahrzehnten dabei, und es kommen immer mal wieder neue Mitarbeiter dazu, die jedes Jahr ein interessantes kulturelles Angebot zusammenstellen und die Arbeit des Kulturkreises fortsetzen. Das ist das Schöne am Kulturkreis: Man(n) und Frau kann sich dort engagieren, wo man mag, ob nun Kinderkultur oder Erwachsenenkultur. Und natürlich geht die Arbeit auch ohne mich weiter. Ein tolles Team engagierter Mütter sorgt für ein abwechslungsreiches Angebot in der neuen Theatersaison.

Warum braucht es in Ihren Augen in Zeiten von Netflix, diversen Kinderserien und Co. überhaupt noch einen Kinderkulturkreis?

Theater ist wichtig für die Fantasie. Da wird ein Luftballon zur Melone, ein Tuch zum Kleid. In der Fantasie ist alles möglich. Ob nun freies Spiel oder ein Besuch am Theater... ich glaube, der Mix macht es. Meine Kinder schauen auch Fernsehen. Aber sie finden tatsächlich alle Veranstaltungen vom Kinderkulturkreis toll und freuen sich, mithelfen zu dürfen. Dann tauchen sie in die Welt der Schauspieler ein, und abends zu Tisch wird das Stück besprochen. Oft lebt es noch Tage – manchmal Wochen – im freien Spiel auf. Fantastisch!

Wenn Sie zurückblicken: Was war das Stück, das Ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben ist?

Das ist so schwierig zu sagen. Es gab in den acht Jahren viele tolle Stücke. Aber ich glaube, „Die Königin der Farben“ vom Theater Mär aus Hamburg hat mich am meisten berührt. Grenzenlose, fantasievolle Kunst mit einfachsten Mitteln. Und irgendwie ist der Kreis jetzt wieder rund. In der neuen Theatersaison 2019/2020 kommt genau das Stück wieder nach Wildeshausen. Ich hoffe, dann als Zuschauerin dabei zu sein.

Gab es Künstler, ohne Namen zu nennen, die besonders durch ihre Marotten in Erscheinung getreten sind?

Natürlich gibt es die. Ich glaube, kreative Köpfe sind manchmal weniger gut organisiert. So haben wir schon einiges an Technik selber von zu Hause geholt, da diese vergessen worden war. Aber künstlerisch sind diese Menschen einfach nur klasse. Und für das Organisatorische sind wir ja da.

Beim Blick auf die zurückliegenden Jahre fällt auf, dass der Kinderkulturkreis durchaus an Eigenständigkeit gewonnen hat und sich mehr und mehr vom Programm des Kulturkreises abhebt. Täuscht dieser Eindruck?

Seit einigen Jahren gibt es einen Posten im Vorstand vom Kulturkreis für die Kinderkultur. Dafür hat sich der Vorstand eingesetzt, und ich finde diese Entwicklung sehr gut. Wir wollen ja alle Bürger und Bürgerinnen ansprechen, egal ob jung oder alt. Qualität ist dabei ein wichtiges Kriterium. Wir haben alle einen hohen Anspruch an unsere Veranstaltungen, egal ob für Kinder oder Erwachsene. Ich glaube, in den vergangenen Jahren hat sich das Angebot des Kinderkulturkreises mehr und mehr zu einem festen Bestandteil des Kulturkreises entwickelt. Wir versprechen, dass dies so weiter geht. Mit viel Kreativität und Auge fürs Detail.

Wie geht es für Sie persönlich weiter? Was machen Sie beruflich in den Niederlanden?

Ich habe vor der Zeit in Wildeshausen 14 Jahre lang dort verbracht. Danach kam die Sehnsucht nach der Entdeckung meiner Wurzeln. Jetzt wird es Zeit, zurück in die Niederlande zu gehen. Dort wird sich meine Familie niederlassen. Die Kinder werden schon seit ihrer Geburt zweisprachig erzogen, und sie gehen nach den Sommerferien in den Niederlanden zur Schule. Aufregende Zeiten für alle. Ich werde mich dort um einen Job bemühen und mich auch ehrenamtlich im kulturellen Bereich engagieren. Und sicherlich sehen wir uns manchmal bei den Veranstaltungen des Kulturkreises Wildeshausen.

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