Anwohner wollen Zufahrt gesperrt wissen

Tankstelle fürchtet erneut um Existenz

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Wenn hier ein Lasterfahrer tankt, fehlt der Platz für einen zweiten Sattelzug.

Wildeshausen - Vor vier Jahren hat Wilfried Knipper die Raiffeisen-Tankstelle an der Delmenhorster Straße in Wildeshausen gepachtet. Seitdem hat er immer wieder Ärger mit den Nachbarn. „Wenn ich gewusst hätte, dass das hier so problematisch ist, hätte ich davon Abstand genommen“, sagt er verbittert. Denn nachdem eigentlich gerichtlich alles so geklärt schien, dass der Tankstellenbetrieb aufrecht erhalten werden kann, bedroht nun eine weitere Anwohner-Eingabe die Existenz der Firma voll-ends. Diesmal geht es nicht um Lärm durch die Laster, sondern um „Gefahr für Leib und Leben“ durch die Sattelzüge.

„Seit Jahren versuchen die Bewohner am Fillerberg, unsere Tankstelle zur Schließung zu bewegen“, so Knipper. „Mit dem Versuch, dies über eine Klage gegen Lärmbelästigung zu erreichen, kamen sie gerichtlich nicht durch, weil alle Gutachten für die Tankstelle sprachen, die seit 1955 im Gewerbemischgebiet ansässig ist.“

Allerdings besteht seit dem Gerichtsurteil in der Zeit von 22 bis 6 Uhr nun ein Querungsverbot für Laster über den benachbarten Parkplatz vor dem Imbiss.

„Nun haben die Anwohner mit Unterstützung des ehemaligen Bürgermeisters, der dort lebt, das nächste Rechtsgut aus dem Hut gezaubert“, berichtet Knipper. Es komme höchstens fünf Mal in der Woche dazu, dass zwei Sattelzugfahrer gleichzeitig die Tankstelle über die Straße „Am Fillerberg“ ansteuerten. Diese würden hintereinander stehen, weil es lediglich eine Zapfsäule für sie gebe. Das führe dazu, dass das Heck des zweiten Sattelzuges ein Stück in den öffentlichen Verkehrsraum hinein rage, wenn der Lasterfahrer nicht Rücksicht nehme und auf dem Imbissparkplatz warte.

Dieses Szenario wurde im Rahmen eines Ortstermines mit Landkreis, Stadt und Polizei erörtert und für gefährlich befunden. Jetzt droht die Stadt nach Auskunft von Knipper mit einem Einfahrverbot für Laster zur Tankstelle. Dem Pächter würden über 50 Prozent der Dieseleinnahmen und dazu Einkünfte durch Verzehr entgehen. „Die Tankstelle müsste schließen“, sagt er.

Zwei Lösungen wären denkbar. Einerseits könnte die Straße „Am Fillerberg“ hinter der Tankstelle geschlossen werden. Damit gebe es an der Stelle keinen Durchgangsverkehr und kein Gefahrenpotenzial mehr. Die Anwohner müssten allerdings einen Umweg in Kauf nehmen, hätten aber auch weniger Autos vor der Tür.

Andererseits könnte die Besitzerin des Imbissgeländes dem Pächter ein Überwegungsrecht zur Tankstelle einräumen, sodass die Laster von der Delmenhorster Straße kommend nicht auf der Straße „Am Fillerberg“ stehen würden. Das ist aber unwahrscheinlich und würde ein Anfahren in der Zeit von 22 bis 6 Uhr wegen des Gerichtsbeschlusses noch immer nicht ermöglichen.

Knipper kann als ehemaliger Polizeibeamter die Unfallgefahr ohnehin nicht erkennen. „Die Fahrzeuge fahren hier Schrittgeschwindigkeit“, sagt er. „Wir sind den Anwohnern schon so weit bei ihren Forderungen entgegen gekommen. Aber die wollen uns einfach hier weg haben“, sagt er. Ein Lkw-Durchfahrtsverbot würde er auf keinen Fall akzeptieren. Dann dürften sich Anwohner und Pächter wohl wieder mit Anwälten vor Gericht treffen.

dr

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