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Anwohner der Harpstedter Straße in Wildeshausen in Sorge wegen Vollsperrung

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Von: Ove Bornholt

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Schwer zu erreichen: Wenn die Harpstedter Straße voll gesperrt ist, ist der Zugang zu einigen Geschäften und der Praxis für Ergotherapie von Silke Rügge nicht mehr so einfach.
Schwer zu erreichen: Wenn die Harpstedter Straße voll gesperrt ist, ist der Zugang zu einigen Geschäften und der Praxis für Ergotherapie von Silke Rügge nicht mehr so einfach. © bor

Die Sanierung und Vollsperrung der Harpstedter Straße treibt die Anwohner weiter um. Es droht eine rechtliche Auseinandersetzung.

Wildeshausen – Die Sanierung und die damit verbundene Vollsperrung der Harpstedter Straße in Wildeshausen treibt Pendler und Anwohner weiter um. So hat sich Kai Rügge bei unserer Zeitung gemeldet, dessen Frau eine Praxis für Ergotherapie an der Harpstedter Straße betreibt. Die Patienten seien oft nicht mobil, könnten also nur mit dem Auto kommen. Auf der anderen Seite befürchtet er, dass die Mitarbeiter aus Richtung Harpstedt nur nach großem Umweg zur Praxis kommen und von dort aus auch nur schwer zu Hausbesuchen ausrücken könnten.

Der Wildeshauser ist entschlossen, das Vorhaben zu verhindern, und hat bereits einen Anwalt wegen einer einstweiligen Anordnung eingeschaltet. Die könne das zuständige Verwaltungsgericht erlassen, wenn die Grundstückszufahrt während der Straßenbauarbeiten eingeschränkt sei, so der Jurist Joachim Musch. Es handele sich um eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

In Einzelfällen Lösungen für Anlieger suchen

Derweil verweist die verantwortliche Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg darauf, dass in Einzelfällen Lösungen für Anlieger gefunden werden würden. Heute endet die Frist, bis zu der Firmen aus der Bauwirtschaft Angebote einreichen können. In der Folge der Vergabe des Auftrags ist mit einer Information der Anwohner zu rechnen. Einzelne größere Betriebe sind inzwischen kontaktiert worden.

Kirsten Wahl von der Landesbehörde hat schon mehrere Ortsdurchfahrten saniert: „Gehakelt hat es immer, aber in großen Teilen lief es reibungslos“, versucht sie, die Anwohner zu beruhigen. Die hatten sich nicht nur bei unserer Zeitung, sondern auch bei der Behörde in Oldenburg gemeldet.

Zwar sei die Straße für Pendler in der Tat vom 18. Juli bis zum 28. August voll gesperrt, führte Wahl aus. Aber für Patienten der Ergotherapiepraxis werde sich eine Regelung finden, ist sie optimistisch. Anfang und Ende der Sperrung seien mit Posten besetzt, die Anwohner und Menschen mit einem Anliegen, wie Patienten, durchlassen könnten – bei einem entsprechend angepassten Fahrtempo und mit Rücksicht auf die Arbeiten. Passend dazu sei die Asphaltierung, während der in den betreffenden Abschnitten der Harpstedter Straße kaum etwas geht, auf zwei Samstage gelegt worden.

Baustellenampel nicht möglich

Grundsätzlich sei die Aufregung vor dem Beginn einer solchen Maßnahme meist recht groß, lege sich dann aber schnell wieder, sagte Wahl. So sei zum Beispiel geplant, erst einmal mit der Sanierung der Abwasserrinne zu beginnen – ein verhältnismäßig kleiner Eingriff.

Während es für Anwohner also vielleicht gar nicht so schlimm kommt wie befürchtet, müssen sich Pendler nach wie vor auf starke Behinderungen einstellen. Die offizielle Umleitungsstrecke nördlich von Wildeshausen führt über Simmerhausen und bedeutet einen großen Umweg.

Der Anregung, eine Baustellenampel zu installieren, könne sie jedoch nicht folgen, so Wahl. Dafür sei die Straße einfach nicht breit genug. Benötigt würden aus Sicherheitsgründen durchgängig 8,50 Meter. Das sei auf der Harpstedter Straße nicht gegeben.

Unabhängig davon hätte sich Rügge eine bessere Informationspolitik gewünscht – auch seitens der Stadt, die schließlich über die Planungen informiert gewesen sei. Die Stadtverwaltung verweist auf Anfrage unserer Zeitung allerdings auf den Landkreis, der den Ball wiederum zu Landesbehörde in Oldenburg weiterspielt. Konkrete Bauzeiten, Abschnitte und Sperrungen könne die Behörde aber erst nennen, wenn die Vergabe des Auftrages erfolgt sei, hieß es von der Kreisverwaltung.

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