Anwohner auf Campingplatz Aumühle fühlen sich von Besitzer schlecht informiert/Mobilheim-Bau für 60 000 Euro

„Bis heute keine Rückbauanordnung erhalten“

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Nicole und Karl-Reinhardt Nüsse vor ihrem Mobilheim.

Wildeshausen - Seit Monaten ist bekannt, dass die festen Gebäude auf dem Campingplatz Aumühle entfernt werden müssen. Einige Besitzer dieser Immobilien haben offiziell aber noch gar nichts davon erfahren oder eine Rückbauanordnung erhalten. So wie Nicole und Karl-Reinhardt Nüsse, die dort seit 2007 leben und in ihr Mobilheim mit Überdachung, Solarplatten, Brunnen, Schuppen und Heizung 60000 Euro investiert haben. „Uns hat früher niemand mitgeteilt, dass hier kein Ausbau stattfinden darf“, sagen die beiden Wildeshauser. Im Gegenteil: Die Campingplatz-Besitzer seien sogar im Mobilheim gewesen und hätten den Ausbau besichtigt.

2007 pachteten Nüsses ein Grundstück und zogen in einen Wohnwagen ein, den sie auf dem Platz erworben hatten. Ein Jahr später bauten sie dann richtig aus. Für die Erbengemeinschaft Schröder, der der Platz gehörte, war das kein Problem, zumal es auf dem Areal bereits viele feste Bauten gab.

„Hier können wir alt werden, haben wir gedacht“, so Karl-Reinhardt Nüsse. Seine Frau und er meldeten sich ordentlich mit erstem Wohnsitz auf dem Campingplatz an. Später meldete Nüsse unter der Adresse sogar sein Gewerbe an. „Niemand hat gefragt, ob das in Ordnung ist“, erinnert er sich. Auch der Besitzerwechsel habe daran vor vier Jahren nichts geändert. Es änderte sich aber die Sozialstruktur. Immer mehr Ungarn und Bulgaren kamen auf den Platz, im Waschhaus gab es Kaffeerunden, die Duschen gingen nicht mehr und die Toiletten waren unbrauchbar.

„Wir sind dort schließlich weggezogen“, so Nicole Nüsse. Im vergangenen Herbst bekamen sie vom neuen Besitzer ein Schreiben, dass zurückgebaut werden müsse. „Die Anordnung im Anhang fehlte aber“, so Karl-Reinhardt Nüsse. Bis zum heutigen Tag habe er die Anordnung nicht gesehen.

Deshalb fühlt er sich bislang auch nicht von der Maßnahme betroffen. Da ihn auch niemand darauf angesprochen hat, dass er gar nicht auf dem Platz bauen durfte, möchte er nun per Anwalt klären, wie seine Situation jetzt ist und ob er Schadensersatzansprüche geltend machen kann. „Ich weiß ja nicht mal, wo wir mit dem Mobilheim hinziehen könnten“, so Nüsse. Verwundert ist er, dass die Stadt Wildeshausen offenbar weiter Sozialleistungen und Miete für Bedürftige auf dem Campingplatz zahlt.

„Wir gehen, wenn wir wissen wohin“, sagt Nüsse. Aber er habe keine Ahnung, wie das alles bezahlt werden solle. „Es gibt noch einige mehr hier auf dem Platz, die das gleiche Problem haben“, weiß das Ehepaar. Am liebsten wäre es den beiden, wenn es eine Flächennutzungplanänderung gebe, die solide Bauten zulassen würde. Halb verfallene Wohnwagen, wie sie zurzeit auf dem Platz stehen, müsse man ja nicht dulden. Unabhängig davon, so Nüsse, wäre es aber schön, wenn die Pächter der Areale ordentlich informiert werden würden, um zu wissen, was für die Zukunft geplant ist.

dr

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