Investor möchte Projekt realisieren

Antrag für Wohnquartier auf Waldgrundstück

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Das Grundstück an der Harpstedter Straße ist dicht bewaldet und beherbergt möglicherweise geschützte Tierarten.

Wildeshausen - Kostengünstiges Bauen und generationenübergreifendes Wohnen – das sind Stichworte aus einem Konzept, das der Architekt Joachim Cordes aus Rotenburg im Wildeshauser Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat. Die Politiker nahmen die Ausführungen zum barrierefreien Wohnen, das von den zukünftigen Besitzern mitentwickelt werden kann, mit Wohlwollen zur Kenntnis.

Das rund 8.000 Quadratmeter große Areal an der Harpstedter Straße zwischen dem Prinzessinenweg und dem Europahaus scheint jedoch denkbar ungeeignet für eine Bebauung zu sein. Dort befindet sich ein Wald, der in vielen Jahren natürlich aufgewachsen ist und in dem in einem Gutachten das Landkreises Oldenburg bereits vor geraumer Zeit eine schützenswerte Fledermausart nachgewiesen wurde. Das hatte vor einigen Jahren bereits dazu geführt, dass Pläne, das Areal zu bebauen, schnell wieder zu den Akten gelegt wurden.

„Wir haben hier relativ hohe Hürden. Es sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erforderlich“, erläuterte Fachbereichsleiter Bau, Hans Ufferfilge, dem Ausschuss auf Nachfrage.

Die Politiker wollten dem Besitzer des Grundstücks aus Bremen sowie dem Architekten aber nicht sofort den Weg verbauen und verwiesen den Antrag zur Vorbereitung der Bauleitplanung in den Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt.

Architekt Cordes hatte zuvor betont, dass man umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen akzeptieren würde. „Doch eine Stadt sollte sich ein solches Leckergrundstück nicht nehmen lassen“, betonte er mit Blick auf eine Nachverdichtung, die mehr Wohnraum in Wildeshausen schaffen würde. Das geplante „gemeinschaftliche Wohnen“ soll 22 Wohneinheiten und ein Gemeinschaftshaus umfassen. Die zukünftigen Besitzer könnten ihre Häuser rund 15 Prozent günstiger als bei einem Bauträger erwerben, weil nur einmal Grunderwerbssteuer gezahlt werde. Das Ziel sei es, ökologisch zu bauen, so Cordes.

Allerdings spürte Klaus Schultze (Grüne) bei dem Standort Unbehagen. „Ich bin dafür, neue Wege zu unterstützen, aber wir müssen zunächst den naturschutzrechtlichen Wert des Grundstücks feststellen“, sagte er. Rainer Kolloge (UWG) hielt die Maßnahme für ein „interessantes Konzept“, doch die Stelle sei nicht akzeptabel. 

„Der Grüngürtel muss erhalten bleiben, weil er zwei Wohngebiete trennt. Die Leute steigen uns aufs Dach“, ahnte er. Es gebe seiner Meinung nach andere Flächen, auf denen das Projekt verwirklicht werden könne. Das sah auch Wolfgang Sasse (CDU) so. „Das Modell wäre in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme möglich“, sagt er, während Matthias Kluck (SPD) erklärte: „Wir sollten ein Zeichen setzen und im Bauausschuss darüber beraten.

dr

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