Ein anspruchsvolles Jahr für den Landkreis

Blicken nach einem anspruchsvollen Jahr auf 2020: Jürgen Ohlhoff, Eva-Maria Langfermann, Christian Wolf und Landrat Carsten Harings (v.l.). Foto: Backhaus

Schnittchen, Schorle und Schokolade: Am Ende des Jahres ziehen Landrat Carsten Harings, die Dezernenten für Bau und Soziales sowie der Erste Kreisrat traditionell Bilanz. Unter anderem ging es um Mobilität, Nutrias sowie eine neue Sozialplanung.

Wildeshausen – Von einem „anspruchsvollen, aber erfolgreichen Jahr“ sprach Landrat Carsten Harings zu Beginn seiner Rückschau auf 2019. Der Landkreis Oldenburg sei „erneut gut vorangekommen“. Das sei vor allem bei den Investitionsprojekten Schulsanierung und Breitbandausbau spürbar gewesen. Für Erstere hatte die Verwaltung mit 8,5 Millionen Euro in diesem Jahr so viel ausgegeben wie seit 2014 nicht, im kommenden Jahr sollen es sogar 8,75 Millionen Euro sein. Damit soll das Programm zur Grundsanierung der Schulen bald abgeschlossen sein. Beim Thema „Schnelleres Internet“ plant der Landrat Ende Januar den Spatenstich für die zweite Projektphase, in der sämtliche Schulen im Kreis eine Glasfaserkabelverbindung erhalten sollen. Auch Privathaushalte werden profitieren, versprach Harings.

Christian Wolf, Erster Kreisrat, berichtete aus dem Dezernat Ordnung und Recht. Ein großes Thema in 2019 sei die Sicherheit im Straßenverkehr gewesen. Sie sei nicht nur für Kinder, die der Landkreis mit dem Projekt „Warnwesten für die Kleinsten“ unterstützt hat, sondern zunehmend auch ein Problem für ältere. Bis Ende September habe die Führerscheinstelle 57 Personen aufgefordert, ein ärztliches Gutachten vorzulegen, dass sie gesundheitlich fit genug seien, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Vor zehn Jahren sei dies nur 36-mal geschehen, berichtete Wolf. Ein weiterer Anstieg sei wegen des demografischen Wandels zu erwarten.

Die Idee des Landkreises ist es, Senioren Alternativangebote zu machen: Etwa mit einem Gutschein für ein „MIA“-Ticket, mit dem sie Busse und Bahnen im VBN-Gebiet nutzen können, oder für Taxi- beziehungsweise Mietwagenfahrten. Ein Konzept dafür würde Anfang des kommenden Jahres vorgelegt, kündigte Wolf an.

Eva-Maria Langfermann, derzeit sowohl Dezernentin für den Bereich Bau als auch Leiterin des Amts für Naturschutz und Landschaftspflege, hob zwei Punkte hervor. Positiv sei die „Gelbe-Sack-Challenge“ zu nennen, die der Landkreis im November ausgerufen hatte, um Menschen zur Abfallvermeidung zu animieren und über ihre Erfahrungen zu berichten. „Das Thema werden wir sicher weiter im Fokus behalten“, kündigte Langfermann neue Projekte für das kommende Jahr an.

Außerdem appellierte die Leiterin des Amts für Naturschutz und Landschaftspflege an die Kreiseinwohner, die Jagd auf Nutrias nicht zu behindern. Die biberähnlichen Tiere, die sich sechsmal im Jahr vermehren, seien eine echte Plage geworden. Jägerschaft, Hunte-Wasseracht und der Ochtumverband versuchten, diese mithilfe von Fallen einzudämmen. Doch diese würden immer wieder zerstört. „Die Tiere schädigen wirklich unsere Ökologie, die Arten und die Hochwassersicherheit“, erklärte Langfermann. Nutrias höhlten Deiche mit bis zu zwei Meter tiefen Bauten aus.

Erst seit Anfang November ist Jürgen Ohlhoff Dezernent im Bereich Soziales – und sofort mit einer großen Aufgabe konfrontiert worden. Für die Umsetzung des ab dem 1. Januar geltenden Bundesteilhabegesetzes für Menschen mit Behinderung müssten die Ämter rund 1 600 Leistungsbescheide neu ausstellen, erläuterte er. Weil die landesrechtlichen Vorgaben erst spät gekommen seien, hätten seine Leute an Freitagabenden und Samstagen am Schreibtisch sitzen müssen, um den Verwaltungsaufwand zu bewältigen.

Als ein weiteres Vorhaben für das kommende Jahr und das neue Amt nennt Ohlhoff eine umfassend gedachte Sozialplanung, die verschiedene Bereiche des Dezernats wie etwa Familie, Jugend, Gesundheit und Arbeit verbindet. Eine „gesamtheitliche Betrachtung“ könne dazu führen, Hürden und Hemmnisse abzuschaffen, hofft er. Ein Beispiel sei etwa die Arbeitslosigkeit bei alleinerziehenden Müttern: Wenn ein fehlender Kitaplatz der Aufnahme einer Tätigkeit im Wege stehe, könne ein Zusammenwirken der verschiedenen Stellen möglicherweise schnell Abhilfe schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Kinderfasching bei Puvogel

Kinderfasching bei Puvogel

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Meistgelesene Artikel

Windböe drückt Lastzug in Planke

Windböe drückt Lastzug in Planke

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

SPD fordert Pflege- und Wohnstrategie

SPD fordert Pflege- und Wohnstrategie

586 Stunden im Stau - zwischen Wildeshausen und Groß Ippener

586 Stunden im Stau - zwischen Wildeshausen und Groß Ippener

Kommentare