Geschäftsführer: „Mängel sind abgestellt“

Anonyme Vorwürfe gegen das DRK

Landkreis - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht sich mit anonymen Vorwürfen konfrontiert. Diesen zufolge wurden Mitarbeiter mit nicht genügender Qualifikation eingesetzt, nicht ausreichend eingearbeitete Rettungsassistenten sollen Patienten in falsche Krankenhäuser gebracht haben, und es sollen aus Kostenersparnis Medikamente in gefährlich höherer Dosierung als vorgeschrieben verwendet worden sein.

DRK-Geschäftsführer Michael Venzke räumte ein, dass die Vorwürfe teilweise zuträfen, die „Mängel aber abgestellt sind“. So seien in der ersten Jahreshälfte 2015 Mitarbeiter mit einer anderen Qualifikation eingesetzt worden, als vom Landkreis Oldenburg vorgeschrieben. Statt eines Rettungssanitäters und eines -assistenten seien letzterer und ein Rettungshelfer in einem Krankenwagen eingesetzt worden. Das entspräche den Mindestanforderungen des Landesrettungsdienstgesetzes, aber eben nicht denen des Landkreises, räumte Venzke ein, der von einem Kommunikationsproblem sprach. Seit seinem Amtsantritt im September sei das Problem gelöst. „Das ist definitiv nicht mehr vorgekommen.“

Dem Geschäftsführer ist von einem Fall in seiner Amtszeit bekannt, bei dem ein Rettungswagen das falsche Krankenhaus in Oldenburg angefahren habe. „So etwas darf nicht vorkommen“, betonte er. Die Ursache läge im konkreten Fall bei einem Missverständnis mit dem Fahrer und nicht an nicht ausreichend eingearbeiteten Rettungsassistenten. „Es ist kein Schaden für den Patienten entstanden“, stellte Venzke klar.

In Bezug auf die Medikamente gab es ihm zufolge ein Abspracheproblem mit dem Landkreis. Ein Reserve-Rettungsfahrzeug verfügte über keine Kühlmöglichkeit, weswegen ein vom Landkreis vorgesehenes Medikament nicht transportiert werden konnte. Statt das der der Kreisverwaltung mitzuteilen, habe das DRK ein anderes Medikament geladen, das nicht gekühlt werden muss. „Das war nicht in Ordnung“, sagte er. Bei korrektem Einsatz sei das verwendete Mittel aber unbedenklich. Inzwischen sei das geforderte Medikament wieder an Bord.

Grundsätzlich habe es in den vergangenen Jahren durch Führungswechsel in den mittleren Ebenen, Unstimmigkeiten zwischen den Mitarbeitern und ein bisschen wegen des Stils der geschiedenen Geschäftsführung schlechte Stimmung im DRK gegeben. Daran macht er auch die Pesonalfluktuation (34 Mitarbeiter in vier Jahren) fest.

Der Landkreis wollte sich mit Verweis auf die Anonymität des Kritikers nicht äußern. Nach wie vor fällt die Entscheidung über die Kündigung oder Weiterführung der Zusammenarbeit mit dem DRK während des Treffens des Kreisausschusses am Montag, 13. Juli, oder während der Kreistagssitzung am Dienstag, 21. Juni. - bor

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