Wildeshauser Bankkauffrau engagiert sich für ein Jahr lang im Freiwilligendienst in Südamerika

Anna-Lena Feldmann geht nach Ecuador

Anna-Lena Feldmann macht mit einem Seifenkörbchen bei „bökers am Markt“ auf ihre Aktion aufmerksam. Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Urlaub und Reisen in Europa sind ihr bekannt, aber bald startet Anna-Lena Feldmann aus Wildeshausen ihr großes Abenteuer: Die 27-jährige Bankkauffrau hat ihren Job bei der Volksbank Wildeshauser Geest ein Jahr lang auf Eis gelegt und fliegt im August nach Ecuador, wo sie zwölf Monate als Freiwillige in einem ganz besonderen Dorf arbeitet. Und zwar in der kleinen Siedlung Caimito im Nordwesten des Landes bei der Küste. Dort läuft seit einigen Jahren ein Permakulturprojekt, in dessen Rahmen die Bewohner versuchen, möglichst ökologisch und nachhaltig zu wirtschaften.

„Ich bin immer auf der Suche, um mein Leben mit einfachen Dingen umweltbewusster zu gestalten“, sagt Feldmann, die aus Blockwinkel im Landkreis Diepholz stammt. Sie habe lange recherchiert auf der Suche „nach einem Auslandseinsatz, den ich machen möchte und bei dem ich zum Umweltschutz beitragen kann“. Anfang Januar wurde sie bei „weltwärts“ (siehe Infokasten) fündig, schickte eine Bewerbung los und steht nun vor ihrem großen Abenteuer. „Ich bin schon gespannt, wie es wird“, sagt die 27-Jährige und denkt dabei an die Arbeit mit der Machete bei 28 bis 30 Grad, ihre Gastfamilie und auch die ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft. „Ich darf nicht einmal ein Mückenspray mitnehmen. Das wird auch eine Herausforderung“, meint Feldmann mit einem Lächeln.

Ihr Haarpflegemittel darf sie wiederum bedenkenlos einpacken, denn die Bankkauffrau macht sich ihre „Haarseife“ selbst – aus naturkosmetischen Tensiden, ätherischen Ölen, Stärke und Shea-Butter. Feldmann hat ein kleines Körbchen mit Seife bei „bökers am Markt“ in Wildeshausen aufgestellt, sodass sich jeder etwas nehmen kann. Wer mag, kann auch eine Spende für ihre Teilnahme an dem „weltwärts“-Projekt da lassen. Das ist kein Muss, hilft der Wildeshauserin aber dabei, die noch benötigten 3 000 Euro für Flug, Unterkunft und Versicherungen für ihren Auslandsaufenthalt zu sammeln.

Feldmann wird in Ecuador bei einer Gastfamilie wohnen. Das Dorf sei sehr klein, es gäbe nicht einmal Hausnummern, hat sie schon im Gespräch mit ihrer Mentorin in Erfahrung gebracht. Die war selbst dort und gibt ihr Wissen an die Wildeshauserin weiter. Feldmann übt schon fleißig Spanisch, die Amtssprache Ecuadors, damit sie sich vor Ort ohne Probleme verständigen kann. Außer ihr kommt noch ein Teilnehmer aus Tübingen mit, sodass sie nicht die einzige mit Heimweh nach Deutschland sein wird.

„Alles ist komplett neu. Ich habe da schon Respekt vor“, sagt Feldmann, die etwas erstaunt feststellt, sie könne noch nicht richtig realisieren, dass es schon bald losgeht. „Besonders freue ich mich auf die anderen Werte und die Kultur“, sagt Feldmann. Sie sei davon überzeugt, dass es wichtig ist, seinen Horizont zu erweitern. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Die Wohnung in Wildeshausen ist gekündigt, viele Haushaltsgegenstände und Kleinkram ist sie schon losgeworden. Wenn die 27-Jährige wieder zurückkommt, fängt sie wieder bei der Volksbank an. „Das gibt mir Sicherheit“, sagt sie und freut sich darüber, dass ihr Arbeitgeber ihr die Möglichkeit für den Freiwilligendienst eingeräumt hat.

Blog und Berichte

Feldmann schreibt unter www.anna-lenafeldmann.de einen Blog über ihre Erlebnisse bei „weltwärts“ und wird auch in unserer Zeitung berichten.

Über „weltwärts“:

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat den Freiwilligendienst „weltwärts“ 2008 gegründet. Seitdem haben 34 000 Menschen zwischen 18 und 28 Jahren bei einem Entwicklungsprojekt irgendwo auf der Welt mitgemacht. 75 Prozent der Kosten für den Freiwilligendienst wie Flug und Unterbringung trägt „weltwärts“, also der Bund. 25 Prozent kommen von privaten Organisationen, die die Aufenthalte organisieren und wie im Fall von Feldmann stark auf Spenden angewiesen sind.

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