Betreiber vor Gericht

Offenbar Handel im großen Stil: 37-Jähriger züchtet Tausende Cannabispflanzen

Aufwendige Zucht: In Groß Köhren sollten in einer Halle 2 000 Cannabispflanzen geerntet werden.
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Aufwendige Zucht: In Groß Köhren sollten in einer Halle 2 000 Cannabispflanzen geerntet werden.

Oldenburg/Groß Köhren – Die Polizeimeldung aus dem Landkreis Oldenburg am 27. Juni 2019 machte bundesweit Schlagzeilen: Die Ordnungshüter waren in Groß Köhren (Gemeinde Beckeln in der Samtgemeinde Harpstedt) auf eine Indoorplantage mit Cannabispflanzen gestoßen – die größte aufgespürte im gesamten Nordwesten Deutschlands. Die Ernte der 2.000 Pflanzen hätte dem Betreiber rund eine Million Euro einbringen können. Jetzt steht er vor Gericht.

Ausschlaggebend für die Überprüfung des Hauses war ein anonymer Hinweis aus der Bevölkerung gewesen. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Oldenburg einen Durchsuchungsbeschluss erlassen. Vor der Überprüfung musste die Freiwillige Feuerwehr Harpstedt messen, ob ein gefährlicher CO2-Wert vorliegt.

Seit Donnerstag hat sich der mutmaßliche Betreiber vor dem Landgericht in Oldenburg zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem 37-jährigen Angeklagten ein Handeltreiben mit Rauschgift in großen Mengen und in großem Stil zur Last. Allein der Wert der eingesetzten Technik auf der Plantage soll mehrere Hundertausend Euro betragen haben. In der großen Halle waren eigene Räume errichtet worden, in denen sich die Cannabispflanzen befanden. Um die Pflanzen zu beleuchten und zu erwärmen, hatte der Betreiber einfach die Stromleitung angezapft.

Halle und Lastwagen angemietet

Der Angeklagte soll die Halle angemietet und betrieben haben. Bei dem Verpächter hatte er eine Kopie seines Ausweises hinterlegt. Auch bei der Anmietung der Lastwagen, die zum Abtransport der Drogen dienten, soll er seinen Namen hinterlassen haben. Die Ermittler fanden zudem in der Halle Fingerabdrücke, die dem Angeklagten zugeordnet werden.

Von der Entdeckung der Plantage muss der Angeklagte Kenntnis gehabt haben. Er konnte sich noch rechtzeitig absetzen und untertauchen. Die Fahndung lief. Und dann machte die Polizei einen weiteren großen Schlag gegen internationale Drogenbanden. In Bremerhaven konnten 200 Kilogramm Kokain im Wert von 14 Millionen Euro sichergestellt werden. Die Drogenhändler wurden festgenommen und wenig später verhaftet. Unter den Verhafteten soll sich der jetzige Angeklagte befunden haben.

37-Jähriger soll auch 200 Kilogramm Kokain geschmuggelt haben

In Kürze wird sich der 37-Jährige also wegen der 200 Kilogramm Kokain im Wert von 14 Millionen Euro vor dem Landgericht in Bremen verantworten müssen. Ungeachtet dieses riesigen Verfahrens wird der Prozess um die Drogenplantage in der Samtgemeinde Harpstedt vor dem Oldenburger Landgericht fortgesetzt. Am Donnerstag hatten die Prozessbeteiligten versucht, sich über ein mögliches Strafmaß für den Angeklagten zu einigen. Das soll aber ergebnislos geblieben sein.

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