Heranwachsender hatte 44-jährigen Wildeshauser schwer verletzt

Angriff mit Hammer: 18-Jähriger muss in Anstalt

Unterbringung in der Entziehungsanstalt: Der 18-jährige muss sich einer Therapie unterziehen. Foto: dpa
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Unterbringung in der Entziehungsanstalt: Der 18-jährige muss sich einer Therapie unterziehen.

Wildeshausen – Im Prozess vor der Großen Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes gegen einen 18-jährigen Wildeshauser, der einen an ihm sexuell interessierten Mann in dessen Wohnung in Wildeshausen mit einem Hammer schwer verletzt hatte, ist der Angeklagte am Donnerstag zu drei Jahren und drei Monaten Jugendgefängnis verurteilt worden. Er muss die Haft in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbringen, um sich in Drogentherapie zu begeben.

Der Richter wertete die Tat als versuchten schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Mordes ließ das Gericht fallen. Eine Tötungsabsicht habe man nicht feststellen können, so der Richter. Der Angeklagte, der sich am Tattag mit dem Opfer verabredet hatte, hatte zwar mit dem Hammer auf den Hinterkopf des Opfers geschlagen, aber nicht mit der spitzen Seite. Ihm sei es nicht ums Töten gegangen, sondern nur darum, das Opfer außer Gefecht zu setzen, um es ausrauben zu können, so der Richter.

Der Wildeshauser hatte einen schweren Schädelbruch davongetragen. Er hatte dem Kontrahenten schließlich den Hammer entreißen können. Dem 18-Jährigen war es an dem Tag ausschließlich um Geld gegangen. Er ist schwerst drogenabhängig.

Die Polizei berichtete seinerzeit, dass der Täter geflüchtet war. Das Opfer habe den Notruf wählen können. Eine erste Befragung des Verletzten hatte nach Polizeiangaben eine Beschreibung des Täters ergeben. Doch trotz sofortiger Fahndung habe man den jungen Mann im Nahbereich der Innenstadt nicht mehr finden können, hieß es. Allerdings hätten intensive Polizei-Ermittlungen schon am nächsten Tag um 15.30 Uhr zur Festnahme des dringend tatverdächtigen Mannes geführt. Einen Tag später wurde er durch richterliche Weisung in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg wurde Untersuchungshaft wegen versuchten Mordes angeordnet.

Der Richter sprach von einer Verzweiflungstat in einer Ausnahmesituation. Der Angeklagte sei zuvor noch nie wegen einer Gewalttat aufgefallen. Im vorliegenden Fall habe er aber schwere Schuld auf sich geladen.

Ein Rechtsmediziner hatte verdeutlich, dass die Verletzungen gravierend waren. Nur ein paar Millimeter tiefer, und der Wildeshauser sei tot gewesen, führte er aus.

Um das Drogenproblem an der Wurzel zu packen, verfügte das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Entziehungsanstalt.

Am nichtöffentlichen Verfahren hatte das Opfer als Nebenkläger teilgenommen, war aber beim Urteilsspruch nicht anwesend.   

wz/dr

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