Angeklagte schweigen zu Vorwürfen

Oldenburger Landgericht: Prozess um 62 Einbrüche dauert bis 2019

Oldenburg/Wildeshausen/Harpstedt - Das Mammutverfahren vor dem Oldenburger Landgericht um eine beispiellose Einbruchsserie mit Tatorten im gesamten Nordwesten wird nun noch größer. Grund dafür ist der Umstand, dass die beiden angeklagten Männer aus Serbien am Montag erklärten, sie würden sich zur Sache nicht äußern. Dabei hatte die Verteidigung zu Beginn des Verfahrens vor zwei Wochen noch signalisiert, bezüglich eines Verständigungsgespräches zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung offen zu sein.

In einem solchen Dialog wird ein mögliches Strafmaß ausgelotet. Bedingung dafür ist allerdings ein umfassendes Geständnis. Ein „Deal“ kann ein Verfahren erheblich verkürzen. Das kann auch den Angeklagten zugutekommen. Die Beschuldigten hätten möglicherweise mit einer erheblichen Strafminderung rechnen können. Doch nun wollen sie offenbar nicht mehr. Das bedeutet, dass jetzt die gesamte Beweisaufnahme durchgeführt werden muss. Das ohnehin bereits bis Oktober terminierte Verfahren soll nun bis ins nächste Jahr dauern. Auch weil sehr viele Zeugen gehört werden sollen.

In dem Prozess geht es um 62 Einbrüche in Privathäuser. Die 46 und 49 Jahre alten angeklagten Serben sollen zusammen mit zwei Landsleuten, die angeblich in ihrer Heimat untergetaucht sind, im vorigen Jahr innerhalb von nur wenigen Wochen den Großraum Vechta mit den Gemeinden Bakum und Goldenstedt, den Cloppenburger Bereich mit den Gemeinden Löningen und Lastrup, die Gegend um Wildeshausen und Harpstedt sowie den Großraum um Wilhelmshaven heimgesucht haben. In nur einer Nacht wurden bis zu sechs Einbrüche verübt. In einem Fall konnten die Täter Schmuck im Wert von 46 000 Euro erbeuten.

Die Masche der Bande: War sie im Tatobjekt, wurden die Eingangstüren von innen mit Türketten verriegelt, um von einem plötzlichen Erscheinen der Bewohner nicht überrascht zu werden. Eine Sonderkommission der Polizei mit dem Namen „Türkette“ war der Bande aber auf die Spur gekommen. wz

Rubriklistenbild: © dpa

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