Wann wurden Personen infiziert?

Corona-Fälle im Atrium: Angehörige in großer Sorge

Hier gibt es keinen Zutritt: Das Alexanderstift ist für Außenstehende geschlossen. Foto: dr

Wildeshausen – Der Schock sitzt tief nach der Meldung vom Sonntag, dass in der Wildeshauser Seniorenresidenz Atrium am Wall 41 Personen mit dem Corona-Virus infiziert wurden. Die Mitteilung schaffte es sogar in die überregionalen Fernseh- und Rundfunknachrichten. Derzeit stehen vor dem Gebäude regelmäßig Filmteams.

Update vom 31. März: Ein weiterer Bewohner des Atriums am Wall in Wildeshausen ist an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Bei dem Mann handelt es sich um einen der 23 mit Corona infizierten Bewohnern der Seniorenresidenz.

Originalmeldung vom 30. März: Laut Auskunft von Oliver Galeotti, Pressesprecher des Landkreises Oldenburg, auf eine Nachfrage unserer Zeitung sind aus den anderen Altenheimen im Kreisgebiet noch keine Infektionen bekannt.

Bei den Angehörigen von Bewohnern der betroffenen Einrichtung in Wildeshausen und auch bei den Mitarbeitern gibt es allerdings große Sorgen. Laut Mitteilung des Landkreises lässt sich der genaue Eintragsweg des Virus nicht mehr mit Bestimmtheit klären.

Virus nicht erst vor Kurzemn eingetragen

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, jedoch deutet das Ausmaß der Infektionszahlen in Bezug auf die zeitliche Kontamination und den Ausbruch der Erkrankung darauf hin, dass das Virus nicht erst vor Kurzem eingetragen wurde“, heißt es von Galeotti. Das Gesundheitsamt ermittele nun in detailreicher Arbeit die Kontaktpersonen der Infizierten, die sich dann ebenfalls in Quarantäne begeben müssten. Bei Auftreten von Krankheitssymptomen bei negativ getesteten Personen werde umgehend ein neuer Test durchgeführt.

Angesichts der Tatsache, dass infizierte Mitarbeiter des Atriums in der vergangenen Woche ahnungslos zu ihrer Familie heimgekehrt sind oder sogar einkaufen waren, ist die Sorge bei vielen Beteiligten groß, dass das Coronavirus schon deutlich weiter verbreitet ist als nur in der Seniorenresidenz. Da helfe es auch nicht viel, so Angehörige, die nicht mit Namen genannt werden möchten, dass das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg mit der Seniorenunterkunft sofortige Maßnahmen abgesprochen habe.

Strikte Trennung in der Einrichtung wegen Corona

Nach Vorgabe des Robert-Koch-Instituts für solch eine Situation wurden laut Landkreis sogenannte Kohorten (Gruppen) gebildet, um die Erkrankten von den Gesunden strikt zu trennen. So verbleiben Bewohner mit positivem Covid-19-Ergebnis in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt. Die negativ getesteten Bewohner wurden in Einzelzimmer untergebracht, die sie für zwei Wochen nicht verlassen dürfen. Sie werden von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt. Dadurch, so der Landkreis sei eine strikte Trennung im Haus vollzogen.

Daran mögen aber Angehörige nicht so recht glauben. „Die Kollegen begegnen sich doch im Heim“, so eine Frau. „Was ist mit der Wäsche und den Essensausgaben? Wird das alles ganz genau kontrolliert?“

Kein positiver Test im Wohnpark und im Alexanderstift

Auch in den anderen Seniorenheimen der Kreisstadt sind die Leitungen alarmiert. Im Wohnpark an der Hunte gibt es nach Angaben der Einrichtungsleiterin Anja Jansing noch keinen begründeten Verdacht auf eine Corona-Infektion. Zwei Mitarbeiter hätten Grippesymptome gezeigt, seien aber negativ getestet worden.

Die rund 100 Mitarbeiter arbeiten im Wohnpark nur noch mit Mund- und Nasenschutz. „Wir haben sogenannte Loops vom Gesundheitsamt bekommen“, sagt Jansing. Diese seien aber nicht so gut wie Sicherheitsmasken – an die man aber leider seit Tagen und Wochen nicht herankomme. „Mit den Loops können wir immerhin unsere 112 Bewohner schützen“, ist Jansing überzeugt.

Ähnlich sieht es im Alexanderstift aus, das direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum Atrium am Wall liegt. Einrichtungsleiter Sascha Lücke hatte vier Verdachtsfälle unter seinen 94 Mitarbeitern, bislang ist keiner positiv auf Corona getestet worden. Auch im Alexanderstift fehlt es an Masken und Handdesinfektionsmitteln.

Für schwierige Fälle gibt es auch Masken

Die Mitarbeiter tragen ebenfalls Loops. „Wir haben jedoch Bewohner, bei denen wir besondere Schutzmaßnahmen walten lassen“, so Lücke. Für diese Arbeit könne die Einrichtung über Sicherheitsmasken verfügen. „Der Bestand wird jedoch kleiner“, erzählt Lücke, der sich große Sorgen macht. „Hier wohnen einige Menschen mit erheblichen Vorerkrankungen. Die sind natürlich sehr gefährdet.“ Eine Person ist nach Angaben des Einrichtungsleiters gerade in der Kurzzeitpflege isoliert. „Das machen wir aber grundsätzlich in den ersten 14 Tagen so.“

Aus dem Johanneum gab es bislang noch keine Auskünfte. Diese werden aber bis zum Nachmittag erfolgen, so die Einrichtung.

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