Aus dem Gericht: Betrunkener will nicht gefahren sein

Angeblich kurz vor Polizeikontrolle Fahrer ausgetauscht

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Der Prozess vor dem Amtsgericht Wildeshausen wird fortgesetzt. 

Wildeshausen – Das Amtsgericht Wildeshausen versucht zurzeit, in einem Prozess herauszufinden, wer am 22. Dezember 2018 einen Opel Zafira durch Wildeshausen gelenkt hat. Der 31-jährige Angeklagte, bei dem die Polizei damals einen Alkoholwert von 2,19 Promille festgestellt hat, streitet vehement ab, gefahren zu sein. Allerdings saß der Ahlhorner hinterm Steuer, als die Beamten sich dem Fahrzeug zwecks Kontrolle näherten. Die drei Mitfahrer versicherten vor Gericht jedoch, der Angeklagte sei nicht gefahren. Und ein Zeuge erklärte, der Mann habe bei der Abfahrt auf der Rückbank gesessen.

Die Version der Mitfahrer lautet wie folgt: Nach einem feucht-fröhlichen Abend in einer Shisha-Bar in Wildeshausen begab sich das Quartett gegen 1 Uhr auf den Heimweg. Nicht der Angeklagte, sondern einer von ihnen, ein 42-jähriger Ahlhorner, sei gefahren. Der sei zwar nüchtern gewesen, aber wegen seines abgelaufenen irakischen Führerscheins nervös geworden, als vor ihm ein Polizeiauto auftauchte. Daraufhin habe er das Tempo immer mehr gedrosselt, um schließlich auf einer Hofeinfahrt an der Ahlhorner Straße etwas außerhalb Wildeshausens zu halten. Dann sei der Angeklagte ausgestiegen, um sich zu erleichtern, woraufhin der Fahrer auf die Rückbank gewechselt sei. Der betrunkene 31-Jährige sei zurückgekommen und habe sich aus Versehen auf den Fahrersitz gesetzt. Und dann sei die Polizei vorgefahren.

Die kontrollierende Beamtin schilderte vor Gericht, dass ihr und ihrem Kollegen das Fahrverhalten des hinter ihnen befindlichen Opels aufgefallen war. Nachdem der Wagen plötzlich abgebogen war, entschlossen sie sich zu einer Kontrolle, wendeten und kamen etwa 30 Sekunden später, so schätzte die Polizistin, bei dem Auto an. Der Motor lief noch, das Abblendlicht war an. Und der Angeklagte sei vom Fahrersitz ausgestiegen.

Der 31-Jährige ist der Einzige aus dem kurdischen Quartett, der deutsch kann. Bei der Befragung vor Ort – mit Händen und Füßen – hätten die anderen drei deutlich gemacht, dass er gefahren sei, so die Polizistin. Doch jetzt sieht das anders aus. Die Staatsanwaltschaft glaubt den Worten der Männer aber nicht so recht und ermittelt wegen versuchter Strafvereitelung. Allerdings gibt es noch einen Zeugen aus der Shisha-Bar, der behauptet, der Angeklagte habe bei der Abfahrt auf der Rückbank gesessen. Vor einem Urteil sollen noch weitere Polizisten, die bei der Kontrolle dabei waren, gehört werden.

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