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Versicherungsbetrug nicht nachweisbar

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Von: Dierk Rohdenburg

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Der Fall wird im Amtsgericht in Wildeshausen behandelt. Im März wird der Prozess fortgesetzt. archi
Der Fall wrrd im Amtsgericht in Wildeshausen behandelt. © Archiv: Bor

Wildeshausen/Dötlingen – Versicherungsbetrug oder Einbruch mit einem Schaden von 34.500 Euro? Diese Frage musste der Richter am Wildeshauser Amtsgericht klären, weil die Versicherung eines 53-jährigen Dötlingers massive Zweifel an den Schilderungen des mutmaßlichen Opfers angemeldet hatte. Der Mann wurde freigesprochen.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Mann vorgetäuscht haben, dass bei ihm am 9. März 2019 in den Abendstunden in sein Haus in Wildeshausen eingebrochen wurde. Ziel sei es gewesen, die Hausratversicherung zu täuschen und sich einen erheblichen Vermögensvorteil zu verschaffen.

Der Angeklagte hingegen hatte die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Er sei gegen 20 Uhr nach einem Restaurantbesuch zu seinem Haus in Wildeshausen gekommen und habe bemerkt, dass Unbekannte ein Fenster im Hauswirtschaftsraum aufgehebelt hatten. Seinen Angaben zufolge fehlten 9.800 Euro sowie die Stereoanlage samt Boxen und Kabeln.

In der Gegend gab es mehrere Einbrüche

Die Tat passte auf den ersten Blick in eine Serie von Einbrüchen, die sich nach Angaben eines Polizeihauptkommissars in der Zeit von wenigen Wochen in Wildeshausen ereignet hatten. In der Regel waren die Unbekannten, die bislang nicht gefasst wurden, durch aufgehebelte Fenster oder Türen in Häuser eingedrungen und hatten ungewöhnlich hohe Geldsummen erbeutet. Der Experte ließ sich Funkzellendaten übermitteln und begutachtete auch den Schaden am Fenster des Dötlingers. „Dort waren die Hebelspuren nur schwach ausgeprägt“, berichtete er. Es sei aber nicht auszuschließen, dass das für den Aufbruch gereicht habe. Die Polizisten vor Ort hatten am Tatabend keine Fußspuren von mutmaßlichen Tätern im Umfeld des Hauses finden können.

Angesichts der dürftigen Beweislage beantragten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung einen Freispruch. Dem schloss sich der Richter an.

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