Amtsgericht stellt Jahresbilanz vor/Steigerung bei Betreuungssachen

Weniger Straftaten durch demografischen Wandel

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39 Fälle hatten die Schiedsleute 2015 zu bearbeiten: Edgar Hanke, Eckehard Hautau, Heinz Heinsen und Heinz-Jürgen Greszik (von links). Die weiteren Schiedspersonen waren gestern nicht anwesend.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Die Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Wildeshausen (Kreisstadt, Gemeinde Dötlingen, Samtgemeinde Harpstedt und Großenkneten) kann als gut bezeichnet werden. Das machten Amtsgerichtsdirektor Detlev Lauhöfer, Geschäftsleiterin Kerstin Hogeback und Richterin Ann-Katrin von der Heide gestern während des Jahresgesprächs deutlich.

„Die Straftaten nehmen ab, aber die Schwere der Taten nimmt zu“, so Lauhöfer. Die Abnahme sei ein ganz klares Resultat des demografischen Wandels: „Diese Entwicklung wurde uns schon vor Jahren prognostiziert.“

Waren 2009 noch 419 Strafverfahren anhängig, so waren es im vergangenen Geschäftsjahr „nur“ 222. 160 davon fielen auf den Strafrichter, 18 aufs Schöffengericht, 35 auf den Jugendrichter und neun auf das Jugendschöffengericht. „Insgesamt gingen 32 Verfahren mit dem Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung, 32 wegen Diebstahls und Unterschlagung, 36 wegen Betruges oder Untreue sowie 57 Verfahren mit dem Vorwurf einer Verkehrsstraftat bei uns ein“, so Lauhöfer.

Signifikant ist nach Aussage des Amtsgerichtsdirektors die Entwicklung bei den Familien- und Betreuungssachen, bei denen es eine deutliche Steigerung von 300 Fällen in 2014 auf 441 im vergangenen Jahr gegeben hat. „Das hängt jedoch mit der Zuwanderung von Schutz suchenden Menschen zusammen. Wir hatten im Haus etwa 80 bis 100 Flüchtlingesfälle“, so Lauhöfer. Würden diese Minderjährigen zunächst vom Jugendamt betreut, so falle die Frage nach dem Vormund dann in den richterlichen Bereich: „Da müssen wir genau hinschauen, ob die Person wirklich noch minderjährig ist.“ Bis der Vormund bestimmt sei, habe das Jugendamt noch die Hand drauf: „Diese Menschen rutschen nicht in einen rechtsfreien Raum.“

Zum Thema „Schiedspersonen“ betonte Lauhöfer, dass die eingesetzten insgesamt 39 Sachen zu regeln hatten. „Während in 13 Fällen ein Antrag auf eine bürgerrechtliche Schlichtungsverhandlung gestellt wurde, handelte es sich 26mal um ,Tür-und-Angelfälle‘. Will heißen, dass die Schiedspersonen das anhängige Problem in Gesprächen mit den Betroffenen klären konnten.“ Als Schiedsleute sind tätig: Eckehard Hautau (Wildeshausen und Dötlingen, Vertreterin ist Silke Müller), Heinz-Jürgen Greszik (Harpstedt, Götz Rohde), Heinz Heinsen (Großenkneten, Edgar Hanke).

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