Amt: Positive Entwicklung seit 2005 wird sich vermutlich nicht fortsetzen

Arbeitslosenzahlen steigen durch Flüchtlinge

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Mediengruppe Kreiszeitung

Landkreis - Es wäre das Ende eines kleinen Jobwunders: Weil Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung in den Leistungsbereich der Grundsicherung rutschen, befürchtet das Arbeitsamt des Landkreises Oldenburg ein Ende der sehr guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Betrug die Arbeitslosenquote im Landkreis im Dezember 2005 noch 9,1 Prozent (5784 Menschen), so lag sie knapp zehn Jahre später im November 2015 bei nur 3,9 Prozent (2740). Das geht aus dem Jahrespressebericht des Amtes für Arbeit und soziale Sicherung hervor. Gleichzeitig stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 25421 im Dezember 2005 auf 32844 im Dezember 2014. Das entspricht einem Anstieg von 7423 Personen in neun Jahren. Maßgeblich sei zum einen die Vermittlung und zum anderen die gute konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft, heißt es aus dem Arbeitsamt. Aktuelle Vergleichszahlen aus dem Dezember dieses Jahres liegen noch nicht vor.

„Diese positive Entwicklung wird sich vermutlich im Jahre 2016 sowie in den Folgejahren nicht fortsetzen!“, heißt es jedoch weiter. Grund hierfür seien die erwarteten Zuwächse von Arbeitslosen aus der Zielgruppe der Flüchtlinge. Eine Vielzahl derselben, die zurzeit noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, würden nach der Anerkennung eines Bleiberechtes in den Leistungsbereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende also Hartz IV und damit in die Zuständigkeit des Jobcenters wechseln.

Das Arbeitsamt zeigt sich – zumindest vorläufig – skeptisch angesichts der Chancen der Flüchtlinge. „Eine kurzfristige Integration dieser Personen in den hiesigen Arbeitsmarkt wird vermutlich wegen fehlender ausreichender Sprachkenntnisse und beruflicher Kompetenzen nicht möglich sein.“ Dennoch werde sich das kommunale Jobcenter dieser schwierigen Aufgabe stellen, damit die berufliche Integration dieser besonderen Zielgruppe gelingen könne.

Der Landkreis beteiligt sich mit 70 Prozent an den Kosten für Unterkunft und Heizung von Menschen, die Hartz IV beziehen. Landrat Carsten Harings hatte schon mehrfach angemahnt, der Bund müsse angesichts der steigenden Ausgaben wegen der Flüchtlinge einen höheren Anteil als die derzeitigen 30 Prozent übernehmen.

Da das Jahr 2015 nun fast vorüber ist, legte der Landkreis auch Zahlen über die Menschen vor, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Am 31. Dezember 2014 waren es 426 Personen. Nun verzeichnet das Register 1200 Einträge. Für Ende kommenden Jahres liegt eine Prognose des Arbeitsamtes vor, derzufolge dann 2000 Asylbewerber Leistungen beziehen.

Der Landkreis mache sich dafür stark, dass insgesamt die Zuwanderung von Flüchtlingen in dem Maße begrenzt werde, wie eine angemessene Aufnahme in der Region überhaupt möglich sei, und Asylbewerber, die kein Bleiberecht haben, auch zeitnah in ihre Heimatländer zurückgeführt würden.

bor

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