Pago Balke tritt vor 70 Zuschauern auf

Amourös, seriös und auch mal böse

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Pago Balke (links) trat mit dem Pianisten und Marimba-Spieler Gerhard Stengert auf. 

Wildeshausen - Auf Einladung der Volkshochschule Wildeshausen waren rund 70 Pago-Balke-Fans am Freitagabend in den historischen Rathaussaal der Kreisstadt geströmt. In seinem Programm „LIEBEslieder“, das er zusammen mit dem Pianisten und Marimba-Spieler Gerhard Stengert vortrug, erklangen amouröse, seriöse und auch böse Lieder.

„Einige mögen meine vielen Besuche mittlerweile für penetrant halten – doch ich brauche das – für mich ist das lebensstrukturierend. As de Blätters fallt, geiht dat na Wilshusen hen“, so der gebürtige Thüringer auf Bremer Platt.

Gleich zu Beginn wurde es gefühlvoll und sentimental. Im Song „Tanzstunde“ beschrieb er humorvoll seine ersten Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht. Da man vorher auf den Schulwegen nur mit Jungs zu tun gehabt habe, kamen während des Tanzunterrrichts immer ängstliche Fragen auf: Habe ich Hochwasser in der „Büx“ und wie nassgeschwitzt sind meine Hände?

Dass er letztendlich das Tanzen doch gelernt hatte, bewies Balke, als er kurz vor Liedesende eine Zuschauerin auf die Bühne bat, die den Solo-Tanz mit ihm zusammen vollendete. Dies klappe nicht überall so gut wie in Wildeshausen, schmunzelte Balke charmant in Richtung seiner Tanzpartnerin.

Was folgte war ein breites Spektrum an Sangeskunst und variantenreichem Spiel diverser Instrumente. Die Palette reichte von Johann Sebastian Bach bis zum Rock ’n’ Roll der 1960er-Jahre. In die Pause entließ der 62-jährige sein freudig mitsingendes Publikum mit der Aufforderung, über das Stück „Einer, den man wirklich liebt“ zu sinnieren.

Mit stilsicheren Dialekten aus Finnland, Spanien und Österreich kehrte Balke zurück, um weitere Stücke in diesen Sprachen vorzutragen. Zum Schluss wurde noch die Werbetrommel gerührt. „Am 10. Novemer 2017 werden wir zu sechst auf dieser Bühne stehen. Ob ihr das bezahlen könnt?“ Afghanische und syrische Jugendliche werden dann ein Programm mit Balke aufführen. Man darf gespannt sein.

Die letzte Zeile der zweiten Zugabe aus „Waschbärs Winterreise“ lautete „Ruhe sanft und Gute Nacht“. Ein melancholischer, witziger Abend, der den einen oder anderen zum Nachdenken brachte, ging dem Ende entgegen. Bis zum nächsten Jahr. 

mm

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