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Altenheim in Wildeshausen: Werbung um ungeimpfte Pflegekräfte

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Von: Ove Bornholt

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Mit dieser Anzeige auf Facebook hat das Atrium am Wall bis vor Kurzem auch um ungeimpfte Pflegekräfte geworben.
Mit dieser Anzeige auf Facebook hat das Atrium am Wall bis vor Kurzem auch um ungeimpfte Pflegekräfte geworben. © Screenshot: bor

Das Atrium in Wildeshausen hat bis vor Kurzem auch um ungeimpfte Pflegekräfte geworben. Dabei tritt morgen die Impfpflicht für die Mitarbeiter in Kraft.

Wildeshausen – Ab morgen gilt die bundesweite Impfpflicht für den Gesundheits- und Pflegebereich. Davon sind auch Altenheime in Wildeshausen betroffen. Allerdings hat das Atrium am Wall noch Ende Februar auf Facebook mit „Liebe Pflegekräfte: COVID-geimpft oder nicht – wir stellen ein!“ geworben.

„Da wir bis zum 15. März noch ungeimpfte Pflegekräfte einstellen durften, ist die Suche legitim“, sagte Dr. Maria Geiger aus der Geschäftsführung der „almavita GmbH“, die unter anderem das Atrium betreibt, auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Atrium würden aber alle Mitarbeiter in der Pflege den erforderlichen Impfstatus aufweisen, betonte sie. Die „Werbung“ sei schon länger aktiv. „Wir werden diese Annonce natürlich jetzt zeitnah wieder herausnehmen“, kündigte sie am 10. März an. Inzwischen ist die Anzeige verschwunden.

Inhaltlich teilte Geiger mit, Deutschland könne es sich in der Pflege nicht leisten, auf die derzeit ungeimpften Pflegekräfte zu verzichten. „Und da eine Impfung nicht vor der Infektion beziehungsweise der Ansteckung anderer schützt, gibt es keinen validen Grund, einen nicht geimpften und POC-getesteten Mitarbeiter mit FFP2-Maske nicht in der Pflege arbeiten zu lassen.“

RKI: Impfung schützt durchaus

Diese Aussage kann der Landkreis Oldenburg nicht nachvollziehen. „Selbstverständlich sollten nicht geimpfte Mitarbeiter nicht am Patienten eingesetzt werden“, sagte Pressesprecher Oliver Galeotti. Vom Robert-Koch-Institut (RKI) heißt es: „Bezüglich der Schutzwirkung nach Impfung deuten (...) Studien darauf hin, dass nach Verabreichung einer Auffrischimpfung nach erfolgter Grundimmunisierung eine gute Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen Infektion und schweren Erkrankung mit der Omikron-Variante besteht.“ Des Weiteren zeigten Untersuchungen, „dass (...) die Impfungen das Risiko von Übertragungen reduzieren, insbesondere in den ersten Wochen nach einer Impfung“.

Beim Kreisgesundheitsamt ist man „etwas verwundert“ angesichts der Werbung des Atriums. Auch weil das Amt sehr intensiv im Austausch mit den betroffenen Einrichtungen gewesen sei. Allerdings sei die Einstellung ungeimpfter Kräfte bis zum Eintreten der bundesweiten Impfpflicht für den Gesundheits- und Pflegebereich legal, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung.

Gesundheitsämter vor Ort kontrollieren Einhaltung der Impfpflicht

Zum weiteren Verfahren erklärte Galotti, die Einrichtungen würden über ein Online-Portal den Impfstatus ihrer Mitarbeiter melden. Dabei geht es laut Land nicht nur um Beschäftigte in der Pflege, sonder auch um Ehrenamtliche, rechtliche Betreuer, externe Dienstleistende sowie Mitarbeitende in Verwaltung, Technik oder IT, sofern keine räumliche Abgrenzung möglich ist. „Wer der Impfpflicht nicht nachkommt, riskiert Bußgelder bis zu 2 500 Euro, behördliche Betretungs- oder Tätigkeitsverbote sowie weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen. Die Kontrolle der Nachweispflicht obliegt künftig den kommunalen Gesundheitsämtern“, heißt es vom Gesundheitsministerium.

Laut Galeotti beginnt ein Anhörungsverfahren, wenn eine der gemeldeten Personen ungeimpft ist. Da gebe es dann auch einen Ermessensspielraum. Es gebe ja schließlich auch medizinische Gründe, die bei einzelnen Angestellten gegen eine Impfung sprächen. Unter anderem spiele auch eine Rolle, ob der Betrieb aufrecht erhalten werden kann, wenn ein Betretungsverbot ausgesprochen wird. „Wir müssen dann schauen, wie wir damit umgehen.“

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