1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Alte Schmiede in Wildeshausen abgerissen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Dierk Rohdenburg

Kommentare

Die Reste der Schmiede wurden am Donnerstag entfernt.
Die Reste der Schmiede wurden am Donnerstag entfernt. © dr

Wildeshausen – Das ging schnell: Nur wenige Wochen nach der Genehmigung zum Abriss wurde die alte Schmiede an der Straßen Lütjen Ort abgerissen.

Bereits vor Pfingsten waren von dem Gebäude nur noch Steinhaufen zu sehen. Am Donnerstag wurden auch diese abtransportiert. In der Baulücke soll ein neues Wohnhaus entstehen, das sich optisch in die Umgebung einfügt. 

Artikel vom 25. Mai: Der Besitzer der Immobilie, Dirk Kreienborg, hatte bereits im Sommer des vergangenen Jahres den Antrag gestellt, das Gebäude zurückzubauen. Den damaligen Planungen zufolge soll an der Stelle ein Wohnhaus gebaut werden, das in der Gestaltung den Häusern an der Burgstraße 22 und 24 ähnelt. Bei der Ausführung soll die Gestaltungsfibel der Stadt Wildeshausen berücksichtigt werden. Zur Zeit der Beratung über den Abrissantrag hieß es, dass aber wohl zunächst ein Parkplatz angelegt werden soll, da die Rohstoff- und Baupreise extrem angestiegen seien. Kreienborg teilte am Mittwoch mit, dass er derzeit noch keine konkreten Pläne habe, weil ihm die Genehmigung zum Abriss noch nicht vorliege. Er wisse nicht, welche Bereiche er denn nun zurückbauen dürfe. Wenn er einen Neubau plane, dann sollten gestalterische Elemente der alten Schmiede mit aufgenommen werden, so Kreienborg.

Politik wollte weitere Gespräche über Nachnutzung

Die Politik hatte die Zustimmung zu einem Abriss zunächst verweigert. Die Stadtverwaltung war aufgefordert worden, noch einmal Gespräche mit dem Besitzer über eine Nachnutzung zu führen. Hintergrund ist, dass die Schmiede für die Stadt eine gewisse Bedeutung hat. An dieser Stelle wurde viele Jahre der Papagoy für das Wildeshauser Gildefest geschmiedet.

Wird abgerissen: die Schmiede am „Lütjen Ort“.
Wurde abgerissen: die Schmiede am „Lütjen Ort“. © dr

„Wir haben etliche Gespräche geführt, die Schmiede zu erhalten oder zu übernehmen“, so Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge auf Nachfrage. „Am Ende müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass das Gebäude abgerissen werden soll.“

Viele Gespräche geführt

Dem Vernehmen nach hat nicht nur die Stadtverwaltung nach Lösungen gesucht. Auch die Wildeshauser Schützengilde hat sich darum bemüht, das Gebäude zu erhalten und möglicherweise nachzunutzen. Letztendlich seien die Verhandlungen aber an den Preisvorstellungen gescheitert, heißt es. Kreienborg dazu: „Ich habe in der Tat viele Gespräche geführt. Man hätte das Gebäude auch abtragen und woanders wieder aufbauen können. Aber es wollte niemand richtig investieren.“

Die alte Schmiede ist baufällig. Davon hatte sich auch der Bauausschuss im Herbst überzeugt. Der Besitzer hatte ins Feld geführt, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden könne. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises hatte mitgeteilt, dass einem Abriss nichts entgegensteht, da das Gebäude keine geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche oder städtebauliche Bedeutung aufweist noch über eine erhaltenswerte Substanz verfügt, um als Kultur- oder Baudenkmal eingestuft zu werden. Dennoch gab es aus der Bevölkerung und in Teilen der Politik den Wunsch, eine Sanierung anzustreben und möglicherweise ein Café oder ein kleines Museum einzurichten. Diese Pläne sind nun hinfällig.

Auch interessant

Kommentare