Drei Immobilien für insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro

Alte Polizeigebäude in Wildeshausen stehen zum Verkauf

Eine der schönsten Lagen in Wildeshausen: Die alten Polizeigebäude (unten) an der Herrlichkeit stehen zum Verkauf.
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Eine der schönsten Lagen in Wildeshausen: Die alten Polizeigebäude (unten) an der Herrlichkeit stehen zum Verkauf.

Die alten Polizeigebäude an der Herrlichkeit in Wildeshausen stehen zum Verkauf. Für Häuser mit Zellentrakt müssen Käufer aber tief in die Tasche greifen.

Die drei alten Polizeigebäude an der Herrlichkeit in Wildeshausen werden seit Freitag zum Verkauf angeboten. Für die ehemalige Wache mit Zellentrakt, Garage und Sporthalle (Herrlichkeit 9) werden 545 000 Euro aufgerufen. Die Immobilie wurde 1925 errichtet, lange Zeit als Schule und seit Mitte der 80er-Jahre als Polizeidienststelle genutzt. Zur Verfügung stehen 16 Zimmer auf einer Wohnfläche von 700 Quadratmetern. Das Grundstück ist 3 400 Quadratmeter groß. Für das denkmalgeschützte Ensemble besteht ein erheblicher Sanierungsstau.

Letzteres gilt auch für das Nachbargebäude (Herrlichkeit 11), das für 365 000 Euro auf dem Markt ist. Es ist 1908 als Polizeigebäude errichtet worden und beherbergte bis zum Sommer Schreibstuben der Beamten und den alten Zellentrakt der Wache. Auf rund 245 Quadratmetern Nutzfläche befinden sich im Erdgeschoss sieben Büros, zwei WC-Anlagen und zwei Arrestzellen. Im Dachgeschoss wurden vier Büros eingerichtet, daneben sind noch drei Bodenräume unterschiedlicher Größe vorhanden. Die Grundstücksfläche beträgt 2 000 Quadratmeter.

Das dritte Gebäude des ehemaligen Reviers befindet sich an der Herrlichkeit 15 neben dem Restaurant „Altes Amtshaus“. Hier werden 280 000 Euro aufgerufen. Bei der Immobilie aus dem Jahr 1897 handelt es sich um das alte, ebenfalls denkmalgeschützte Amtsgericht der Stadt. Elf Räume befinden sich auf 280 Quadratmetern Nutzfläche. Das Grundstück ist 780 Quadratmeter groß.

Es gibt schon einige Anfragen

Anbieter ist das Land Niedersachsen, genauer gesagt: der Landesliegenschaftsfonds in Oldenburg. Dort sind auch schon einige Anfragen eingegangen, berichtet Mitarbeiter Andreas Janke. Zurzeit veräußert er ebenfalls ein Haus an der Heemstraße, das Teil des Polizeireviers war. Hier sei mit einem „sehr, sehr guten Ergebnis“ zu rechen, so Janke.

Im April 2017 wurde der Kaufvertrag für das neue Revier an der Daimlerstraße in Wildeshausen abgeschlossen. Die Polizei ist nach einigen Verzögerungen Ende Juni dieses Jahres ausgezogen. Seitdem hat der Landesliegenschaftsfonds den Verkauf der Immobilien zügig vorangetrieben. Zum einen, weil die Marktlage gerade gut ist, zum anderen, weil bei einem Leerstand ein Wertverlust droht.

Bei der Stadt ist, seitdem der Umzug feststeht, also vor vier Jahren, allerdings nicht allzuviel passiert. Nach wie vor sieht der Bebauungsplan eine Nutzung für den Gemeinbedarf, sprich durch Behörden, vor. In welche Richtung der Bebauungsplan geändert werden soll, zum Beispiel Gastronomie, Hotel oder Wohnraum, ist noch nicht beraten worden, obwohl die FDP das schon 2017 angeregt hatte.

Dabei ist natürlich auch der Stadt schon seit Langem bekannt, dass sich die Situation durch den Auszug der Polizei grundlegend verändert. Eine weitere Nutzung durch Behörden ist kein Thema. Der Landesliegenschaftsfonds hatte dazu bei potenziellen Interessenten angefragt, aber Absagen erhalten. Ein Kauf durch die Kommune ist finanziell unrealistisch.

Stadt tritt auf der Stelle

Bürgermeister Jens Kuraschinski richtete im April einen Aufruf an die Bürger, in dem er um Ideen warb. „Die zukünftigen neuen Nutzungen bedürfen zuvor noch einer Änderung der Bauleitplanung. Insofern tun wir gut daran, uns bereits jetzt mit künftigen Nutzungen zu befassen, um einen eventuell längerfristigen Leerstand der Gebäude zu vermeiden“, so der Verwaltungschef. „Ihre Ideen, Meinungen, Wünsche und Anregungen sind gefragt“, so Kuraschinski an die Bürger. Er freue sich auf kreative Ideen und Konzepte. „Angesichts der besonders schönen Lage in unmittelbarer Nähe der Hunte und der direkten Nachbarschaft zur Alexanderkirche handelt es sich um einen ganz besonderen Standort im Herzen unserer Stadt. Die Entscheidungen über die zukünftigen Nutzungen der Gebäude sollten mit großer Sorgfalt und Bedacht zu unser aller Wohl getroffen werden“, heißt es im Aufruf.

Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen. Stadtsprecher Hans Ufferfilge sagt, er habe die Präsentation der Ergebnisse des Aufrufs für eine der kommenden Bauausschusssitzungen auf dem Zettel. Es seien einige Anregungen eingegangen. Auf jeden Fall müsste sich der Investor mit der Stadt auseinandersetzen. Sinnvoll sei es deswegen, sich vor einem Kauf bei der Verwaltung zu melden.

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