Heimatforscher Peter Hahn erinnert an den heutigen Gedenktag des heiligen Alexander

Als der Rat im Schichtdienst arbeitete

Erinnerung: Auf dem Marktplatz in Wildeshausen steht eine Skulpturengruppe mit Waltbert.
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Erinnerung: Auf dem Marktplatz in Wildeshausen steht eine Skulpturengruppe mit Waltbert.

Wildeshausen – In längst vergangenen Zeiten wurde alljährlich am heutigen 7. Januar der Gedenktag des heiligen Alexander begangen. Er diente der Erinnerung an die Überführung (Translatio) der Reliquien des Heiligen von Rom nach Wildeshausen. Graf Waltbert, dem die Gebeine im Januar 850 von Papst Leo IV. übergeben wurden, traf damit am 7. Januar 851 in Wildeshausen ein – also heute vor 1 1 70 Jahren.

Im Reisebericht der Überführung heißt es, die Reliquie wurde „verehrungswürdig“ in einer Kirche verwahrt. Es wird wohl eine Holzkirche gewesen sein, denn in der hiesigen Region wurden steinerne Kirchen frühestens im 10./11. Jahrhundert gebaut.

Inwieweit die Stadtgemeinde Wildeshausen im Mittelalter mit dem Gedenktag verbunden war, äußert sich darin, dass jeweils am 7. Januar der Rat der Stadt wechselte.

Seit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1270 durch den Erzbischof von Bremen regierte ein Rat über die Geschicke Wildeshausens. Er bestand wie in den meisten norddeutschen Städten aus 24 Ratsmannen. Es waren wohlhabende Ackerbürger, Handwerker und Kaufleute.

Diese Ratsmannen wirkten im „Schichtdienst“. Von den 24 Personen waren jeweils acht als „sitzender“ Rat aktiv. Die verbleibenden bildeten die sogenannte „Wittheit“. Der „sitzende Rat“ wählte aus seiner Mitte einen Bürgermeister. Nach Ablauf eines Jahres wurde in einer Rotation dem zweiten Drittel die Amtsgeschäfte übertragen – immer am 7. Januar. Diese Regelung erlaubte es den Ratsmannen, ihren Privatgeschäften nachzugehen.

Die Zusammensetzung des Rates wurde allerdings im Jahr 1529 durch den Bischof von Münster für nichtig erklärt. In Rahmen seiner Strafaktion gegen Wildeshausen wegen des Priestermordes an Magister Kasselmann erließ er folgendes Edikt: „Die Bürger von Wildeshausen sollen zwölf aufrichtige katholische Männer wählen. Zwei von ihnen sollen als Bürgermeister und die anderen zehn als Ratsherren die Verwaltung der Stadt übernehmen.“

Von Peter Hahn

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