Der Alltag mit „Honig im Kopf“

Kurs für Angehörige von Dementen startet

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Nina Willers und Hella Einemann-Gräbert (v.l.) wollen den Angehörigen helfen. Sandra Scholz ist stolz auf das Projekt.

Wildeshausen - Demenz ist tückisch. Die erkrankten Menschen werden von einer schleichenden Vergesslichkeit bis hin zum Gedächtnisverlust erfasst. In Kooperation mit der AOK bietet das Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen für Angehörige von Erkrankten bereits den dritten Kurs an.

„Wir, das sind Nina Willers von der AOK und ich, werden Antworten und alltagstaugliche Tipps zum Umgang mit demenziell erkrankten Menschen geben – alles sehr praxisnah“, erklärt Kursleiterin Hella Einemann-Gräbert. Es sei wichtig zu wissen, dass der Kurs keine Vortragsveranstaltung sein wird. Im Vordergrund stehe vielmehr das Ziel, den Angehörigen Denkanstöße zu geben.

„Der Austausch innerhalb der Gruppe ist enorm. Dadurch, dass sich die Angehörigen der Kursteilnehmer nicht alle in derselben Phasen der Krankheit befinden, können sie sich auch untereinander Tipps geben“, ergänzt Willers. Zudem sei es für die Pflegenden von Bedeutung, ihre eigenen Bedürfnisse und Pflichten nicht aus den Augen zu verlieren.

„Wie lebt und fühlt ein Dementer?“

„Das Leben mit einem Dementen ist nicht einfach. Der Film ,Honig im Kopf‘ verherrlicht das leider ein wenig. Jedoch ist der Alltag tatsächlich mit dem Film zu vergleichen. Als pflegender Angehöriger muss man sich darauf einlassen können, mit einem Demenzkranken – wie in dem Film – auf Reisen zu gehen“, beschreibt Einemann-Gräbert. Die vier Kurstermine bauen aufeinander auf. Es soll versucht werden, gemeinsam Antworten auf Fragen wie „Wie lebt und fühlt ein Dementer?“, „Wie kann ich den Erkrankten in mein Leben und in meinen Alltag einbinden?“ und „Welche gesetzliche Unterstützung und Möglichkeiten werden mir geboten?“ zu finden.

Der Kurs geht vom 12. Februar bis 5. März, jeweils montags von 19 bis 21 Uhr, in den Räumen des Mehrgenerationenhauses des DRK in Wildeshausen über die Bühne. Es richtet sich an pflegende Angehörige von Demenzkranken und ist für alle Teilnehmer, auch für Nichtmitglieder, kostenlos. Da die Kapazitäten begrenzt sind, wird um eine Anmeldung unter Telefon 04431/737 864 381 gebeten.

Selbsthilfegruppe für Angehörige Demenzkranker

Außerdem besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit, die Selbsthilfegruppe für Angehörige Demenzkranker zu besuchen. „Da wir im Kurs wenig Zeit für persönliche Gespräche haben, soll eher der Umgang mit der Krankheit und nicht das entstehende Leid im Vordergrund stehen. Dafür ist dann ausgiebig Zeit in der Selbsthilfegruppe“, erläutert Einemann-Gräbert.

Die Einrichtungsleiterin des Mehrgenerationenhauses, Sandra Scholz, lobt das Projekt. „Es ist eine prima Idee, um Betroffenen den Alltag zu erleichtern. Ich bin außerordentlich dankbar für die gute Kooperation mit der AOK. Es gab schon einige positive Rückmeldungen“, meint sie stolz. „Jeder sollte sich trauen können, Hilfe und Tipps anzunehmen.“  - lo

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