Nach den Ostertagen wird ausgeräumt und neu gebaut

Alles klar: Abriss des Aldi-Marktes

Viel Fotovoltaik: Aldi möchte auf dem Dach 1400 Quadratmeter Kollektorfläche installieren. FotoS: aldi

Wildeshausen – Ein schönes „Osterpräsent“ konnte sich Longinus Flenker, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi Nord, vor wenigen Tagen im Wildeshauser Kreishaus abholen: die Baugenehmigung ohne Einschränkungen für den neuen Aldi-Markt an der Harpstedter Straße. Schon nach Ostern soll es losgehen.

Flenker betreut 72 Aldi-Filialen in der Region, doch so lange wie in Wildeshausen musste er nach eigenen Angaben selten mal auf eine Genehmigung für den Ersatz eines alten Marktes durch einen Neubau warten. Den Antrag hatte das Unternehmen bereits im Herbst 2016 gestellt. Da jedoch für eine deutliche Verkaufsflächenerweiterung auf 1 200 Quadratmeter ein neuer vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden musste, gab es einige massive Einwendungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens – unter anderem von der Industrie- und Handelskammer sowie der Nachbargemeinde Harpstedt. Sie äußerten Kritik daran, dass der Markt negative Auswirkungen auf andere Einzelhandelsstandorte haben könnte. Schließlich wurde das Niedersächsische Landesraumordnungsprogamm neu aufgestellt, was eine Ergänzung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes der Stadt Wildeshausen erforderte. „Und dann waren wir wohl auch etwas zu blauäugig, was die statischen Berechnungen für den Neubau betrifft“, so Flenker. „Das hat uns noch einmal rund zwei Monate gekostet“, schätzt der Aldi-Immobilienfachmann.

Jetzt ist klar: Ostern wird im alten Discounter noch ganz normal verkauft. In der darauffolgenden Woche räumen die Mitarbeiter jedoch das Sortiment aus, denn im Mai folgt der Abriss durch die Firma Scheele.

Das hat Folgen für den dann für ein knappes halbes Jahr einzigen Aldi-Markt in Wildeshausen, der vor wenigen Wochen noch einmal modernisiert wurde. Da deutlich mehr Kunden an der Dr.-Dürr-Straße erwartet werden, öffnet der Markt täglich eine Stunde länger bis 21 Uhr.

„Wenn alles gut läuft, können wir an der Harpstedter Straße im November wieder öffnen und große Teile des Weihnachtsverkaufs im neuen Geschäft mitnehmen“, hofft Flenker. Der Markt hat dann eine Grundfläche von rund 1 500 Quadratmetern inklusive Lagerräumen. Zum neuen Ladenkonzept gehört auch eine riesige Fotovoltaikanlage mit annähernd 1 400 Quadratmetern Fläche auf dem Dach. „Damit können wir rund 75 Prozent unseres Strombedarfes aus eigener Energie decken“, erklärt Flenker. Mit einer neuen Haus- und Kältetechnik möchte sich das Unternehmen weitgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen machen. Zum neuen Ladenkonzept gehören breitere Gänge, tiefere Regalhöhen, eine Kundentoilette sowie ein deutlich größeres Backwarensortiment mit offen einsehbaren Backöfen.

Das Personal wird in der Zeit des Abrisses und Neubaus die Teams in den umliegenden Märkten unterstützen. So gibt es für die Angestellten auch bessere Möglichkeiten, ihren Urlaub zu planen, weil mehr Mitarbeiter im Einsatz sind.  dr

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