Gespräche im Mehrgenerationenhaus

Angehörige Demenzkranker tauschen sich aus - „Allein kann man es kaum schaffen“

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Werben für den Kurs: Die ehemaligen Teilnehmer Elisabeth Höfig, Gunda Evers und Gerhard Claasen sowie AOK-Pflegefachkraft Nina Willers, die stellvertretende Leiterin des Mehrgenerationenhauses Evgenia Witko und Initiatorin Hella Einemann-Gräbert (v.l.). 

Wildeshausen - Elisabeth Höfigs Mann leidet unter Demenz. „Viele haben kein Verständnis für die Krankheit. Mein Mann sagt mir 50-mal in der Stunde, dass er zu seiner Mutter möchte. Ich muss ihm dann erklären, dass sie seit 19 Jahren tot ist. Ich fahre auch oft mit ihm zum Friedhof, aber trotzdem fragt er immer weiter. Erst bleibt man ruhig, aber es ist wirklich anstrengend“, sagt die Wildeshauserin.

Demenz: Eine noch unheilbare Krankheit, von der in Deutschland nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,7 Millionen Menschen betroffen sind. Viele Angehörige sind überfordert und wissen nicht, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen. Daher bietet das Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen einen neuen Kurs für pflegende Verwandte an. Sie sollen Tipps zum Umgang mit demenziell erkrankten Menschen erhalten. „Viele Familien kommen mit dem Thema Demenz in Berührung, darum ist es wichtig, darüber zu sprechen“, sagt Hella Einemann-Gräbert, Fachlehrerin der Berufsbildenden Schulen Wildeshausen. „Man muss sich nicht für die Krankheit schämen“, betont AOK-Pflegefachkraft Nina Willers.

„Es gibt viele Situationen, die nicht einfach sind. Meine 93-jährige Schwiegermutter ist auch betroffen. Eine Zeit lang hat sie sich nachts immer ausgezogen. Wir mussten jedes Mal das Bett neu beziehen. Aber jetzt haben wir ihr einen Overall gekauft, das ist praktisch“, sagt Gerhard Claasen aus Ahlhorn.

Gunda Evers aus Dötlingen ist ebenfalls eine Angehörige und betreut eine betroffene Frau. „Ich schaue mir manchmal alte Fotos mit ihr an, damit sie sich erinnern kann. Der Kurs im vergangenen Jahr hat mir sehr geholfen“, erzählt sie. „Auch für mich war er eine große Hilfe. Ich habe gemerkt, dass auch andere betroffen sind und nicht nur ich“, ergänzt Höfig. „In dem Kurs können sich die Teilnehmer untereinander austauschen und über das Thema reden“, erklärt Willers. „Allein kann man es kaum schaffen“, fügt Einemann-Gräbert hinzu.

Der kostenlose Kurs geht viermal montags vom 18. Februar bis zum 11. März jeweils von 19 bis 21 Uhr im Mehrgenerationenhaus über die Bühne. Anmeldungen sind unter Tel. 04431/71778 erforderlich. lat

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