Keine Chance für eine weitere Anlage an der Harpstedter Straße

Alle Signale auf Rot für neue Ampel

Keine weitere Ampel möglich: Die Zahl der Querungen über die Harpstedter Straße reicht nicht aus.
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Keine weitere Ampel möglich: Die Zahl der Querungen über die Harpstedter Straße reicht nicht aus.

Wildeshausen – Das dürfte wohl auf Jahre das Ende aller Initiativen sein, an der Harpstedter Straße in Wildeshausen eine weitere Bedarfsampel für Fußgänger und Radfahrer zu installieren: Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Oldenburg macht in ihrer Stellungnahme für die Sitzung des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschusses am heutigen Dienstag unmissverständlich deutlich, dass es keine Gründe dafür gibt, an der Straße eine zusätzliche Signalanlage zu errichten.

Weder seien genügend Fahrbahnquerungen zu verzeichnen gewesen, noch sei der bereits vorhandene Fahrbahnteiler im Bereich zwischen der Mittelstraße und dem Twistringer Weg als Querungshilfe zu klein. Somit könnten Fußgänger und Radfahrer dort ungefährdet stehen und den Verkehr beobachten.

Zudem, so macht der Landkreis deutlich, fordere sogar der Fachverband Fußverkehr Deutschland Ampeln nur dort als Querungsanlage, wo keine Alternative möglich ist. Ampeln böten eine Scheinsicherheit für Fußgänger, seien sehr teuer und auf viel befahrenen Straßen nur in großen Abständen zu errichten.

Erster Antrag bereis im Jahr 2018

Bereits im Oktober 2018 hatte die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wildeshausen beantragt, dass die Stadtverwaltung Gespräche mit dem Landkreis Oldenburg aufnimmt, um eine weitere Ampel an der Harpstedter Straße zu installieren sowie die dafür erforderlichen Haushaltsmittel in den Haushalt aufzunehmen.

Als Standort wurde seitens der Fraktion der Bereich zwischen der Mittelstraße und dem Twistringer Weg als sinnvoll angesehen. Gleichzeitig wurde eine Einschätzung der Verkehrsbehörde erbeten, welche Stelle für eine weitere Ampel am besten geeignet wäre.

Unter Beteiligung der Fachbehörden (Polizei sowie Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr) wurde der Bereich untersucht. Danach teilte die Straßenverkehrsbehörde der Stadt im Februar 2019 mit, dass eine Fußgänger-Lichtsignalanlage abgelehnt werde, da hier mit dem vorhandenen Fahrbahnteiler bereits eine ausreichende Querungshilfe vorhanden sei.

Nicht genügend querende Fußgänger und Radfahrer

Anlässlich einer darauffolgenden Anfrage der Stadt Wildeshausen, ob eine Fußgänger-Lichtsignalanlage im Zuge der Harpstedter Straße auf Höhe Reckumer Straße/Kettelerstraße angeordnet werden könne, wurde an zwei Tagen im Juli 2020 und an zwei Tagen im November 2020 eine Zählung der querenden Fußgänger und Radfahrer vorgenommen. Diese ergaben laut Landkreis, dass die Anordnung einer Fußgänger-Lichtsignalanlage mangels querender Fußgänger und Radfahrer nicht in Betracht kommt.

Dennoch hatte die SPD-Kreistagsfraktion vor vier Monaten erneut die Einrichtung einer Fußgänger-Lichtsignalanlage beantragt. Maßgeblich, so die Sozialdemokraten, seien nicht nur die Querungszahlen, sondern der Bedarf für Behinderte, Senioren und Kinder, die die Fahrbahn oft nur sehr langsam überqueren könnten.

Der Landkreis weist in der erneuten Antwort auf Folgendes hin: „Bei der Harpstedter Straße handelt es sich nicht um eine Kreis-, sondern um eine Landesstraße. Straßenbaulastträger ist das Land Niedersachsen.“ Der Landkreis sei jedoch die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Es gebe keinen Ermessensspielraum für die Genehmigung einer Ampel. Auch wenn die Anlage auf Kosten Dritter errichtet werden solle, müssten bestimmte Verkehrsstärken sowohl für den Kraftfahrzeugverkehr als auch für den Querungsverkehr vorliegen. Eine aktuelle Auswertung des Unfallgeschehens habe zudem ergeben, dass sich in den vergangenen drei Jahren keine Unfälle oder Konflikte mit querenden Fußgängern oder Radfahrern im Zuge der Harpstedter Straße ereignet haben.

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