Alfred Panschar stöbert im Archiv/Streit zwischen Thölstedt und Rechterfeld

Vieh nur gegen Lösegeld wieder herausgegeben

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Einige Jahrzehnte dauerte der Streit zwischen Thölstedt und Rechterfeld um das rot umrandete Stück Land.

Wildeshausen - Beim Stöbern im Archiv ist Alfred Panschar vom Bürger- und Geschichtsverein auf eine interessante Geschichte gestoßen, über die die Wildeshauser Zeitung vor sehr vielen Jahren berichtet hat. Darin geht es um einen erbitterten Streit der Thölstedter mit den Rechterfeldern.

„Im ,Visbeker Auskündiger‘ gab Bernhard Ruholl vor einigen Jahren einen ausführlichen Bericht über den langen Grenzstreit zwischen den Eingesessenen der Bauerschaft Thölstedt und Rechterfeld. Dieser Streit dauerte fast das ganze 18. Jahrhundert“, schrieb die Wildeshauser Zeitung.

Worum ging es? Beide Parteien behaupteten, das „Heydfeld“ südlich der Thölstedter Heide (etwa 20 Hektar groß) sei ihr Gebiet. Dieser Bereich diente als „Hude und Plaggenmatt“. Plaggen wurden damals als Dünger für das Eschland (Ackerland) benötigt und hatten deshalb großen Wert. Der Streit ging über diese Zeit hin und her. „Immer wieder schütteten die Thölstedter in dem umstrittenen Gebiet das Vieh der Rechterfelder. Was heißt, dass sie es fortnahmen und nur gegen ein Lösegeld wieder herausgaben“, schrieb die WZ. Hatten die Rechterfelder eine „Kreuzkuhle“, die zur Grenzbezeichnung dienen sollte, neu ausgeworfen, so kamen die Thölstedter und warfen sie wieder zu.

Der Grenzstreit ging nicht nur die beiden Dörfer an, sondern auch die Landesherren, nämlich den Fürstbischof von Münster und den Fürst von Braunschweig-Hannover. Als Landesherren waren sie zugleich oberste Markenrichter. Es ging also nicht nur, wie seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, um eine Amtsgrenze.

„Die Auseinandersetzung wurde besonders heftig, als die Hannoversche Regierung und das Amt Wildeshausen forderten, dass die Rechterfelder Vorsteher und Wortführer sich auf dem Amt in Wildeshausen melden sollten, um sich zu verantworten und um be-straft zu werden“, berichtete die Wildeshauser Zeitung. Das sahen die Rechterfelder als unerhörte Zumutung an. War doch für sie Wildeshausen Ausland.

Schließlich zeigten sich beide Seiten bemüht, den Grenzstreit beizulegen. Und zwar durch eine Besichtigung an Ort und Stelle. Der Termin wurde auf den 13. September 1782 festgesetzt.

Nach dem Auswechseln von Höflichkeiten begann die Verhandlung. Die Thölstedter schlugen vor, das strittige Gebiet zu teilen. Die Rechterfelder dagegen wollten beiden Dörfern gestatten, das strittige Gebiet für Hude und Weide des Hornviehs und der Schafe zu nutzen. Keiner sollte dort Plaggen mähen dürfen.

Nach langem Hin und Her erklärten sich die Rechterfelder bereit, durch einen Eid zu erhärten, „dass sie nicht anders wissen, als dass sie dem fraglichen Gebiet berechtigt sind“.

Für diesen Eid wurde der 7. August 1783 festgesetzt. Damit sollte der Grenzstreit endgültig begraben werden. Seither leben die beiden Bauerschaften freundschaftlich bei- und miteinander.

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