Alfred Panschar stöbert im Archiv/1929 brannten drei Häuer in der Wildeshauser Innenstadt/Wehr im Großeinsatz

Einige Explosionen im Laden von Moikow

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Großeinsatz für die Wildeshauser Feuerwehr. Allerdings gab es nicht mehr viel zu retten.

Wildeshausen - Über Einsatzmangel kann sich die Wildeshauser Feuerwehr nicht beklagen. Auch in früheren Jahren mussten die Freiwilligen oft helfen. Beim Stöbern im Archiv ist Alfred Panschar vom Bürger- und Geschichtsverein auf einen Artikel aus dem Jahr 1929 gestoßen, der von mehreren Bränden berichtete.

„Es war gerade 19 Uhr, als am Sonntagabend plötzlich die Feuerhörner in den Straßen Wildeshausens ertönten. Im Nu war der Himmel blutrot gefärbt. Die Freiwillige Feuerwehr war unter der Leitung von Hauptmann Leffers sofort zur Stelle. Im ersten Augenblick schien es so, als wenn Wildeshausen wieder von einem Großfeuer heimgesucht werden sollte. Es brannte im Hause des Kaufmanns Moikow“, schrieb die Wildeshauser Zeitung am 4. März 1929.

Der ganze Dachstuhl stand in Flammen, sodass kaum festgestellt werden konnte, wo das Feuer begann. Im Haus war nur die Mutter des Besitzers anwesend, dieser selbst war zu Besuch außer Haus.

„Aus dem Haus konnte fast nichts gerettet werden. Auch die Wasserbeschaffung war äußerst schwierig. Die Leitung von der Pumpstation zum ersten Hydranten war eingefroren. Es wurde deshalb eine Schlauchleitung von der Brandstelle bis an die Hunte gelegt. Nachdem ein Loch in das dicke Eis geschlagen war, konnte von dort aus mit einer Handpumpe Wasser nach oben geschafft werden. Es hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, doch hatten sich nur wenig freiwillige Kräfte zum Pumpen zur Verfügung gestellt“, stand in der WZ. Die zuständigen Behörden waren gesetzlich berechtigt, im Notfall sämtliche Einwohner zur Hilfeleistung aufzubieten. Wer sich weigerte, konnte in Strafe genommen werden.

„Doch die Feuerwehr konnte gegen die Macht des Feuers nicht an. Sie musste sich darauf beschränken, die Nachbarhäuser zu schützen. Als das Feuer in den Laden von Moikow drang, erfolgten zahlreiche Explosionen der dort lagernden Jagdpatronen und Munition. Die Detonationen erfolgten so schnell hintereinander und derartig stark, dass ein Maschinengewehrfeuer nichts dagegen war. Verletzt wurde bei den Bränden niemand“, schrieb die Wildeshauser Zeitung.

Inzwischen brannte auch der Stall von Moikow in seiner ganzen Länge. Durch die gewaltige Hitze wurde dann auch bald das Haus des Uhrmachermeisters Stöver von den Flammen ergriffen. Das Haus war vorher geräumt worden und nicht mehr zu retten. Während der ganzen Nacht war die Feuerwehr tätig, um ein Umsichgreifen des Feuers zu verhindern.

„Es schien auch keine Gefahr mehr vorhanden, als plötzlich heute morgen um 8 Uhr erneut die Feuerhörner ertönten. Sehr schnell stand die Drogerie von Borchers in hellen Flammen. Auch hier war an eine Rettung nicht zu denken, da zu viel leicht brennbares Material lagerte. Auch dieses Haus wurde vollkommen eingeäschert. Um 12 Uhr heute Mittag konnte die Feuerwehr wieder abrücken, nachdem sie 17 Stunden harten Dienst hatte. Amtshauptmann Münzebrock, der in Oldenburg weilte, wurde von dem Großfeuer in Kenntnis gesetzt und kam im Kraftwagen zur Brandstelle“, so die Wildeshauser Zeitung.

Im Nachhinein wurde festgestellt, dass während das Haus Moikow brannte und niemand wusste, wie stark sich das Feuer ausdehnt, nebenan bei Stegemann Tanzmusik spielte und noch Gäste da waren.

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