Lange Arbeitstage für 45 Minuten TV-Gottesdienst

Alexanderkirche bald fit fürs Fernsehen

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Küster Wolfgang Jöllenbeck ist für die Handwerker den ganzen Tag ansprechbar.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Das ZDF überträgt zwar erst am kommenden Sonntag ab 9.30 Uhr den Gottesdienst aus der Wildeshauser Alexanderkirche live im Fernsehen, doch schon am Donnerstag haben Handwerker angefangen, das Gotteshaus für die Sendung vorzubereiten. Der Gerüstbau für die Tontechnik auf dem Programm. Immer mit dabei ist Küster Wolfgang Jöllenbeck. Für ihn sind es lange Tage.

Trotz ihrer Größe sind die Stahlhalterungen, auf denen später die Beleuchtung sitzen soll, fast unsichtbar. Bühnentechniker haben sie mit Stoff umhüllt, der perfekt auf die Wandfarbe der Kirche abgestimmt ist. Mit einer Musterschablone hätten die Techniker vorab den richtigen Ton für die Tücher bestimmt, erzählt Jöllenbeck. Der Küster ist immer ansprechbar, wenn beim Aufbau Fragen auftauchen.

„Eine Kirche auf eine Sendung vorzubereiten, ist immer etwas Besonderes“, sagt Bühnentechniker Christian Meyn vom Unternehmen „Studio Hamburg“. „Es sind ungewöhnliche Arbeiten und man muss oft erfinderisch sein.“ Er und seine Kollegen gingen mit viel Respekt vor: „Wir wollen auf keinen Fall etwas beschädigen.“

Bühnentechniker Christian Meyn installiert die Halterungen für die Beleuchtung in der Alexanderkirche.

Darum macht sich Jöllenbeck keine Sorgen. „Die Leute passen sehr gut auf und wissen, worauf sie achten müssen“, berichtet er entspannt. Dennoch sei für die kommende Woche ein Rundgang geplant, bei dem mögliche Schäden protokolliert werden. Als vor fünf Jahren bereits ein Gottesdienst aus der Alexanderkirche übertragen wurde, habe es nur eine Schramme an einer Wand gegeben.

Während die Anzahl der Techniker am Donnerstag noch überschaubar war, werden bis kommenden Sonntag täglich 30 bis 40 Menschen mit den Vorbereitungen für die rund 45-minütige Sendung beschäftigt sein. „Das ist schon ein enormer Aufwand“, so Jöllenbeck, der während dieser Tage zwölf bis 14 Stunden im Gotteshaus beschäftigt ist. „Aber es macht Spaß, und ich gucke gerne auf das Endergebnis“, erklärt der Küster. 

Ob die Zuschauer zufrieden sind, erfährt er gleich nach der Übertragung am Telefon. Gemeinsam mit zwölf weiteren Gemeindemitgliedern nimmt er zwei Stunden lang Anrufe von Leuten entgegen, die die während des Gottesdienstes eingeblendete Nummer wählen. „Wir wurden vergangene Woche gecoacht“, berichtet Jöllenbeck. 

„Auch für den Fall, dass wir negative Reaktionen bekommen.“ Es gehe darum, Fragen zur Stadt und zur Kirche zu beantworten. Darum sitzen Wildeshauser an den Apparaten – als Experten. Auch die Kabelträger seien Gemeindemitglieder. „Die freiwillige Beteiligung ist eine tolle Sache“, freut sich der Küster, der den Blumenschmuck zum Gottesdienst ausnahmsweise anfertigen lässt, anstatt ihn selbst zu machen: „Ich dachte, das gönne ich mir mal.“

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