Streit ums Repowering

UWG hofft auf Ausgleich zwischen Agrarfrost und Landwirten

Beim Streit zwischen Stöver und benachbarten Landwirten geht es um zwei Windenergieanlagen. - Symbolfoto: imago

Wildeshausen/Aldrup - Die UWG hofft, dass Bürgermeister Jens Kuraschinski im Streit zwischen Agrarfrost sowie den Familien Rüdebusch und Brinkmann vermitteln kann. Dabei erhebt die Wählergemeinschaft in ihrem Antrag an die Stadt Wildeshausen schwere Vorwürfe gegen die Firma Stöver.

Bei dem Konflikt geht es um zwei Windenergieanlagen, die südlich des Agrarfrost-Geländes in Aldrup stehen. Rüdebuschs wollen diese durch leistungsstärkere Modelle ersetzen (Repowering). Eine der Anlagen steht auf einem Acker, der sich im Besitz der Familie Brinkmann befindet. Die Pläne der Landwirte passen den Stövers, die hinter Agrarfrost stehen, nicht in den Kram. Wie berichtet, hat das Unternehmen angekündigt, sich in südliche Richtung erweitern zu wollen. Aus diesem Grund hatte der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss das Repowering im Mai abgelehnt. Offenbar mit den Stimmen von CDU und SPD.

Die UWG bezweifelt, dass es der Firma Stöver ausschließlich um ihre Erweiterungspläne geht. Schließlich seien in entgegengesetzter Richtung nördlich und östlich unmittelbar an das Firmengelände von Agrarfrost angrenzend mehr als hinreichend Ackerflächen für Neubauten vorhanden. Aber sowohl Rüdebuschs als auch Brinkmanns hätten Einbußen zu verzeichnen, wenn die Anlagen nicht modernisiert werden dürfen. „Das lässt den Schluss zu, dass es hier gar nicht um das Repowering der bestehenden Windkraftanlagen geht, sondern der Betrieb Rüdebusch mithilfe der Politik unter Druck gesetzt wird, seine Hofstelle an Stöver abzutreten“, folgert UWG-Ratsherr Hermann Hitz. „Denn Rüdebusch könnte in seinen wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten derart geschädigt werden, dass er möglicherweise seinen Betrieb aufgeben muss.“ Dann wäre auch der letzte Hof in Aldrup in den Händen der Firma Stöver, so die UWG.

„Gewerbliche Nutzungen nicht beeinträchtigt“

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der von Rüdebusch/Brinkmann beauftragte Planer in seinem Gutachten festgestellt hatte, „dass die gewerblichen Nutzungen durch das Repowering nicht beeinträchtigt werden“. Laut UWG waren auch Änderungswünsche von Stöver in die Planungen eingeflossen. Doch dann hätten SPD und CDU gleichlautende Anträge auf Einstellung der Planungen gestellt und dafür eine Mehrheit gefunden.

Das soll nach dem Willen der UWG aber nicht das Ende der Geschichte sein. Die Wählergemeinschaft setzt auf einen Kompromiss. Denkbar wäre laut ihrem Antrag, dass der „Windpark Aldrup“ (gemeint sind die zwei Anlagen) auf eine andere Fläche des Hofs Rüdebusch verlegt wird. Auch eine Umsiedlung von Rüdebuschs Schweinezucht in einen anderen Bereich des Dorfes Aldrup sollte ebenso wie ein Flächentausch diskutiert werden. „Über die Ergebnisse der vereinbarten Lösung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Parteien zu treffen und dem Rat vorzustellen“, so die UWG.

Ob solche Gespräche eine Erfolgschance haben, wird sich zeigen. „Bei gutem Willen ist eine Einigung möglich“, hofft Hitz. Dem Vernehmen nach soll der Konflikt zwischen Rüdebuschs und Stöver allerdings schon seit Jahrzehnten bestehen. 

bor

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Migranten aus Mittelamerika setzen Marsch Richtung USA fort

Migranten aus Mittelamerika setzen Marsch Richtung USA fort

Premierministerin May: Brexit-Deal fast fertig

Premierministerin May: Brexit-Deal fast fertig

Riad im Fall Khashoggi unter Druck: "Brutal geplanter Mord"

Riad im Fall Khashoggi unter Druck: "Brutal geplanter Mord"

Biogas-Anlage fängt während Bauarbeiten Feuer

Biogas-Anlage fängt während Bauarbeiten Feuer

Meistgelesene Artikel

19-Jähriger bespuckt Bundespolizisten und wird verhaftet

19-Jähriger bespuckt Bundespolizisten und wird verhaftet

Einzelhandelsprojekte verzögern sich weiter

Einzelhandelsprojekte verzögern sich weiter

SPD regt weitere Ampel an der Harpstedter Straße an

SPD regt weitere Ampel an der Harpstedter Straße an

Wildeshauser Tänzer wieder Weltmeister

Wildeshauser Tänzer wieder Weltmeister

Kommentare