Von der Radtour nach Wittenberg zurück

Aktivist will doppelte Kirchenmitgliedschaft

Der braun gebrannte Herbert Kessen plante am Donnerstag in Wildeshausen die letzten Kilometer seiner Radtour. - Foto: bor

Wildeshausen - Der Emsländer Herbert Kessen (68) hat seine Radtour aus Werlte nach Wittenberg und zurück erfolgreich über die Bühne gebracht. Am Donnerstag schaute er kurz in Wildeshausen vorbei, bevor es auf die letzten 60 Kilometer ging. „Insgesamt war ich dann fast 2000 Kilometer unterwegs“, meinte der braun gebrannte Senior, der insgesamt 18 Tage gefahren ist.

Seine Fahrt war allerdings keine Vergnügungstour. Der Katholik ist, wie berichtet, mit einer evangelischen Großenkneterin zusammen, die ihn auch ein Stück seines Weges begleitet hat. Der religiöse Kessen wünscht sich, dass die Mitgliedschaft sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche möglich ist, und stellte sein Ansinnen bei einem Bittgottesdienst in Wittenberg. 

Zuvor wies er vor der Schlosskirche, an die einst Reformator Martin Luther seine Thesen nagelte, auf die Idee hin. Mit Erfolg, wie er berichtete. „Der MDR hat draußen und drinnen gedreht“, so Kessen. Zudem habe er während der Fahrt immer wieder Gespräche mit Passanten und einmal sogar mit einem Pastor über sein Herzensanliegen geführt. „Der meinte, meine Idee könnte ein wichtiger Beitrag zur Ökumene und später zur Zusammenführung beider Kirchen sein.“

Kessen hat auch einen Antrag zur doppelten Mitgliedschaft an die evangelische Landeskirche in Hannover und die evangelische Kirche Deutschland gestellt. „Bis das bearbeitet ist, dauert es sicherlich längere Zeit, aber ich hoffe, dass beide Kirchen den Antrag gründlich prüfen und ich auch persönlich angehört werde“, sagte der 68-Jährige, der sich innig wünscht, noch zu seinen Lebzeiten ganz legal das Abendmahl mit seiner evangelischen Lebensgefährten in einer katholischen Kirche einzunehmen – das ist nämlich nach Kirchenrecht zurzeit noch verboten.

bor

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